Migräne-Anfall
Sobald sich eine Migräne ankündigt, sollten Betroffene reagieren.

Sobald sich eine Migräne ankündigt, sollten Betroffene reagieren.

dpa

Sobald sich eine Migräne ankündigt, sollten Betroffene reagieren.

München (dpa/tmn) - Ein Migräneanfall kündigt sich oft schon Tage vorher an - Betroffene berichten von veränderter Laune, Heißhunger und Gähnen. Wissenschaftler gehen aufgrund neuer Erkenntnisse soweit, dass man Migräneanfälle voraussagen kann.

Forscher konnten belegen, dass damit eine veränderte Aktivität von Nervenzellen in einem bestimmten Teil des Gehirns einhergeht, erläutert die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) in München. Betroffen sei der Bereich, der für Gefühl und Schmerz im Gesicht und Kopf zuständig ist. Auf diese Weise ließen sich Migräneanfälle sogar voraussagen.

Sobald sich eine Attacke so ankündigt, sollten Betroffene mit einer medikamentösen oder alternativen Therapie beginnen, zum Beispiel Progressiver Muskelentspannung, rät DMKG-Präsident Arne May. Damit sei es möglich, die Stärke des tatsächlichen Migräneanfalls zu minimieren oder sogar zu verhindern.

In der Studie wurden 20 Patienten mit Migräne und 20 Patienten ohne Migräne mittels funktioneller Kernspintomographie untersucht. Um die Nerven, die im Hirn Schmerz vermitteln, anzuregen, setzten die Forscher wohlriechendes Rosenöl und stechendes Ammoniak ein. Bei Patienten der Migränegruppe reagierten, obwohl sie kopfschmerzfrei waren, bestimmte Nervenzellen weniger auf den Ammoniakgeruch als bei den gesunden Teilnehmern.

Allerdings nahm die Nervenzellaktivität dramatisch zu, je näher eine Migräneattacke rückte. In der eigentlichen Kopfschmerzphase ließ die Aktivität wieder nach. Der DMKG zufolge lässt sich nun erstmals der «Motor» für die Schmerzattacken darstellen. Dieser erkläre auch, wann die Attacken beginnen und wieder enden, und warum die Migräne eine zyklische - also wiederkehrende - Erkrankung ist.

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