Anleihen oder Genussscheine bieten oft vergleichsweise hohe Zinsen. Das Geld kann aber verloren gehen.

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Der Ökoenergiefinanzierer Prokon betreibt 52 Windparks in Deutschland und Polen.

Der Ökoenergiefinanzierer Prokon betreibt 52 Windparks in Deutschland und Polen.

Bernd von Jutrczenka/dpa

Der Ökoenergiefinanzierer Prokon betreibt 52 Windparks in Deutschland und Polen.

Stuttgart. Windreich, SAG Solarstrom oder jetzt der Windkraft-Spezialist Prokon – immer wieder geraten Firmen in Schwierigkeiten. Für Kleinanleger, die ihr Geld in Anleihen oder Genussrechte solcher Firmen investiert haben, sind das schlechte Nachrichten. „Sie müssen damit rechnen, im Falle einer Insolvenz ihr Kapital zu verlieren“, erklärt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. „Viele Anleger sind sich dieses Risikos aber oft nicht bewusst.“

Attraktiv wirken Genussrechte oder Anleihen vor allem wegen der in Aussicht gestellten Rendite: Fünf Prozent Zinsen oder sogar mehr bieten Unternehmen Anlegern. Angesichts der niedrigen Sparzinsen erscheint ein solches Angebot verlockend. Das Problem: Mit Genussrechten gehen Kunden immer auch ein Stück unternehmerisches Risiko ein.

Anleger haben anders als bei Aktien kein Mitspracherecht

Das heißt: Sie nehmen nicht nur am Gewinn teil, sondern in der Regel auch am Verlust. „Sie müssen dabei auch immer mit dem Totalverlustrisiko leben“, erklärt Nauhauser. Anders als bei Aktien haben Anleger bei Genussscheinen oder Anleihen zudem kein Mitspracherecht.

Erkennen können Anleger das aber häufig nicht. „Prospekte und Werbematerialien geben meistens wenig Aufschluss“, sagt der Finanzexperte. Das hat auch eine Untersuchung der Stiftung Warentest im vergangenen Jahr ergeben: In den Vermögensanlagen-Informationsblätter (VIB) sind entsprechend konkrete Hinweise oft versteckt oder zu allgemein formuliert.

Ein weiteres Problem: „Die Zinsversprechen hängen von der künftigen Entwicklung des Unternehmens ab“, erläutert Nauhauser. „Und um die einschätzen zu können, müssten Sie Bilanzen lesen können.“ Selbst Experten könnten nicht immer zweifelsfrei einschätzen, wie die Aussichten seien. Kleinanleger sollten daher Genussscheine oder Anleihen lieber meiden.

Prokon – die Abkürzung steht für PROjekte und KONzepte – wurde 1995 gegründet mit dem Ziel, in erneuerbare Energien zu investieren.

Prokon wirbt mit einer hoch verzinsten Anlage in ökologisch orientierte Sachwerte wie Windparks. Dabei erweckte Prokon in der Vergangenheit den Eindruck, die Anlage sei sehr sicher. Als Rendite versprach Prokon seinen Anlegern mindestens sechs Prozent und zahlte auch bis 2013 zuverlässig. Ab sofort sollen die Anleger die Zinsen in der Firma lassen, um die Liquiditätslage zu entspannen.

Verbraucherschützer verdächtigen das Unternehmen, die Zinsen aus frischem Anlegergeld zu bezahlen. Das wäre ein illegales Schneeballgeschäft. Das Unternehmen weist den Verdacht seit Jahren zurück und beschuldigt seinerseits Medien und Institutionen wie die Stiftung Warentest oder die Verbraucherzentralen, eine Negativkampagne zu betreiben.

Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW): „Ich rate davon ab, vorzeitig zu kündigen, oder sich auf eine Änderung der Zahlungsmodalitäten einzulassen“. Prokon müsse Anleger jetzt umfassend informieren.

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