Oldenburg/Berlin (dpa/tmn) - Unbekannte Dateien sollten überprüft werden, bevor sie jemand auf den eigenen Computer überspielt. Sonst können sich Verbraucher unter Umständen sogar strafbar machen.

Im vorliegenden Fall hat das Oberlandesgericht Oldenburg einen Mann verurteilt, der unwissentlich kinderpornografische Bilder auf seinem Computer gespeichert hatte (Aktenzeichen: 1 Ss 166/10). Der Mann hatte nach Angaben des Deutschen Anwaltvereins angegeben, rund 50 Datenträger auf dem Flohmarkt gekauft zu haben. Einige davon hatte er auf seinen PC überspielt, dabei jedoch nicht alle Dateien auf ihren Inhalt überprüft. Bei einigen Dateien hatte er zwar kinderpornografischen Inhalt gefunden, diese Dateien jedoch sofort wieder gelöscht und die CDs vernichtet.

Alle übrigen überspielten Dateien hatte er weiter auf der Festplatte seines PCs gespeichert. Fahnder fanden schließlich darunter noch 37 Bild- und 5 Videodateien mit kinderpornografischem Inhalt. Das Oberlandesgericht Oldenburg verurteilte ihn deshalb zu einer Geldstrafe.

Selbst wenn man seine Aussagen als wahr unterstellt, habe er immerhin mit der Möglichkeit gerechnet, dass er weiterhin Kinderpornografie gespeichert gehalten habe und dies gebilligt, befand das Gericht. Auch wer unwissentlich kinderpornografische Bilddateien auf seinen PC überspielt, erfülle den Straftatbestand des bedingt vorsätzlichen Besitzes kinderpornografischer Schriften.

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