Heirat: Katholiken dürfen sich auch ohne staatlichen Segen das Ja-Wort geben. Dies hat aber keine Rechtswirkungen.

Ohne Standesamt zum Traualtar: Das bleibt die Ausnahme.
Ohne Standesamt zum Traualtar: Das bleibt die Ausnahme.

Ohne Standesamt zum Traualtar: Das bleibt die Ausnahme.

dpa

Ohne Standesamt zum Traualtar: Das bleibt die Ausnahme.

Bonn. Lange kamen Paare nicht darum herum, sich vor einem Vertreter des Staates das Jawort zu geben. Erst dann war auch die Eheschließung in der Kirche möglich. Zumindest für Katholiken ist das seit Jahresbeginn nun aber anders - sie dürfen neuerdings auch vor den Altar treten, ohne vor dem Gesetz den Bund zu schließen. Die evangelische Kirche dagegen hält weiter an der alten Regelung fest.

"Durch die Novellierung des Personenstandsrechts entfällt das Verbot der kirchlichen Trauung ohne vorhergehende Zivileheschließung", erläutert die Deutsche Bischofskonferenz in Bonn. Allerdings stuft die Kirche dieses Vorgehen als "Ausnahmefall" ein. Deshalb haben die Bischöfe den Angaben nach eine "Ordnung für kirchliche Trauungen bei fehlender Zivileheschließung" erlassen.

Darin sei festgehalten, dass der Kirche daran gelegen ist, dass die Paare auch eine zivilrechtliche Ehe schließen. Die Rechtswirkungen seien dann besser gewährleistet - und Paare seien dann auch besser imstande, ihre Pflichten gewissenhaft zu erfüllen, die mit der kirchlichen Trauung verbunden sind.

Für den Ausnahmefall müssen katholische Brautleute das "Nihil obstat" ("Nichts steht dem entgegen") des Ortsordinarius einholen. Paare müssen unter anderem schriftlich bestätigen, dass ihnen klar ist, dass die kirchliche Trauung keine rechtlichen Wirkungen entfaltet. Außerdem steht in dem Papier, dass sie die aus der kirchlichen Trauung folgenden Pflichten - etwa die materielle Fürsorge für Ehepartner und Kinder - gewissenhaft erfüllen wollen.

Es gibt durchaus handfeste Gründe für eine Hochzeit ohne Standesamt. Man denke etwa an Witwe und Witwer, die noch einmal heiraten möchten ohne ihre Witwenrente aufs Spiel setzen zu wollen. Andererseits riskieren sie möglicherweise andere juristische Unbill, etwa im Erbschaftsteuerrecht: nur kirchlich Verheiratete profitieren weder von den hohen Freibeträgen noch von den niedrigen Steuersätzen. dpa/PK

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