Rostock/Halle (dpa/tmn) - «Herzlichen Glückwunsch zum Hauptgewinn!» - solche Mitteilungen in der Post klingen vielversprechend. Und wer freut sich nicht über einen Gewinn? Verbraucherschützer warnen aber: Dahinter stecken oft nur Einladungen zu dubiosen Kaffeefahrten.

Betrüger haben eine neue Masche, Verbraucher auf eine Kaffeefahrt zu locken: In einem Schreiben teilen sie als angebliche Finanzdienstleister mit, ein Restguthaben aus einer Gewinnsumme von 1000 Euro für den Adressaten erstritten zu haben. Weiter heißt es in dem Schreiben, das Angebot gelte letztmalig, und der Gewinn solle nun persönlich bei einer Zweigstelle des Finanzdienstleisters abgeholt werden, so die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt. Ein geeignetes Verkehrsmittel für die Hin- und Rückfahrt werde kostenlos gestellt.

Die Verbraucherschützer warnen, dies sei der Lockruf für eine Kaffeefahrt. Betroffene sollten weder auf die Briefe reagieren noch auf weitere Erinnerungsschreiben. In denen drängeln die Betrüger, es seien bereits Kosten entstanden, bei Nichtantritt der Fahrt würden diese in Rechnung gestellt. Dies entbehre jedoch jeder Grundlage, beruhigen die Verbraucherschützer. Es bestehe kein Zwang zur Teilnahme - und eine Gewinnauszahlung gebe es auch nicht.

Reißerische Gewinnversprechen in der Post ignorieren Empfänger am besten generell, rät auch die Neue Verbraucherzentrale in Mecklenburg und Vorpommern in Rostock. Meist steckten dahinter dubiose Geschäftemacher. In Mecklenburg-Vorpommern sei zum Beispiel seit Anfang Februar ein Werbeschreiben mit einer Gewinnbenachrichtigung im Umlauf, das eine geschickt kaschierte Einladung zu einer Kaffeefahrt sei. Auf solchen kostenlosen Tagesausflügen würden Teilnehmer oft mit aggressiven Methoden zum Kauf meist völlig überteuerter Produkte von zweifelhafter Qualität gedrängt. Betroffene sollten das Schreiben wegwerfen.

Skeptisch sollten Verbraucher werden, wenn in der persönlich adressierten Gewinnmitteilung und der Einladung zur Ausflugsfahrt auf eine Promotionsshow oder auf die Vorstellung von Sponsoren hingewiesen wird. Auch deute es auf eine dubiose Kaffeefahrt hin, wenn sich der Absender hinter einer Postfachadresse oder einer Adresse im Ausland versteckt.

Der erhoffte Gewinn entpuppe sich dabei fast immer als herbe Enttäuschung, erläutert die Verbraucherzentrale in einem Faltblatt. So werde etwa ein Geldbetrag oft nicht ausgezahlt, sondern nur beim Kauf eines Produktes oder beim Buchen einer Reise verrechnet. Auch die zugesagten Sachgewinne fielen meist deutlich kleiner aus als angekündigt. Statt eines versprochenen Wäschetrockners erhielten Teilnehmer zum Beispiel nur eine Wäscheleine, statt eines reichhaltigen Mittagessens nur eine Tüte Pulversuppe. Und wird in der Einladung ein Bargeldgewinn von insgesamt 150 Euro angekündigt, könne das bedeuten, dass jeder Teilnehmer nur 1 Euro ausgezahlt bekommt.

Auf keinen Fall sollten Verbraucher auf der Verkaufsveranstaltung spontan einen Vertrag unterschreiben. Wer diesen Fehler begangen hat, sollte von seinem Widerrufsrecht Gebrauch machen, raten die Verbraucherschützer. Denn innerhalb von 14 Tagen nach der Aushändigung der korrekten Widerrufsbelehrung könne jeder ohne Begründung von dem Vertrag zurücktreten. Das gelte auch, wenn die Ware schon ausgehändigt wurde. Sinnvoll sei es, den Widerruf immer schriftlich als Einschreiben mit Rückschein abzuschicken.

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