Das neue Jahr bietet eine gute Gelegenheit, den Depotbestand zu überprüfen. Passen Aktien und Fonds nicht mehr zu Anlageziel und Risikoprofil, sollten Papiere getauscht werden. Das steigert die Rendite.

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Düsseldorf. Am Anfang des Jahres sollten Sparer eine Depot-Bilanz ziehen und die Erfolgsaussichten ihrer Aktien und Fonds für das neue Anlagejahr prüfen. „Gerade nach einem turbulenten Jahr wie 2011 sind Anleger gut beraten, ihr Portfolio zu analysieren und ein Rebalancing vorzunehmen“, sagt J. Volker Grünecke, General Manager bei der dänischen Fondsgesellschaft Sparinvest. Wer dies regelmäßig tut, könne seinen Anlageerfolg steigern.

Grüneckes Aufforderung stützt sich auf das Ergebnis einer aktuellen Unter! suchung seines Hauses: Danach ließen sich bei jährlicher Überprüfung eines Musterportfolios mit anschließender Neuausrichtung auf Jahressicht 0,5 Prozent mehr Rendite erzielen. „Das klingt erst einmal wenig“, so Grünecke. „Rechnet man aber mit hohen Anlagesummen und langen Laufzeiten, wie etwa bei der privaten Altersvorsorge, kann es doch schnell um beachtliche Summen gehen.“

Nach Ansicht des Fondsmanagers führen die derzeitigen Börsenschwankungen und die gesamte unruhige Lage an den Finanzmärkten dazu, dass die Zusammenstellung des eigenen Portfolios nach einiger Zeit nicht mehr zum Anlageziel und zum eigenen Risikoprofil passt. „Um die Balance der verschiedenen Anlageklassen im Portfolio wiederherzustellen, muss der Anleger korrigierend eingreifen“, so Grünecke. Wichtig ist dabei, die verschiedenen Assetklassen erneut ausgewogen zu gewichten und dabei chancenreiche Märkte nicht zu vernachlässigen. Auch die Verbreiterung der Portfoliodiversifikation sollten bedacht werden, etwa um Investments in nachhaltig ausgerichtete Wertpapiere wie Umwelt- oder Waldfonds oder in Rohstoffe bzw. Immobilien.

Antizyklisches Handeln steigert Rendite

Neben der Wiederherstellung der ursprünglichen Asset Allocation, also der genauen Ausrichtung des Portfolios auf das individuelle Anlageziel und das Risikoprofil des Anlegers, bietet das Rebalancing einen weiteren Vorteil: Der Anleger handelt antizyklisch. Denn bei der Neuordnung des Depots werden Anlageklassen, deren Wert gestiegen ist, verkauft, und andere, deren Wert gesunken ist, gekauft. Damit verfährt der Anleger entgegen dem typischen emotionalen Handlungsmuster an der Börse: Er kauft, wenn die Kurse steigen, und verkauft, wenn sie fallen. Grünecke ist sich sicher: „Auf lange Sicht ist das antizyklische Handeln die klügere Strategie für den Werterhalt und das Renditepotential des Portfolios."

Insbesondere wenn es sich um langfristige Anlageziele wie beispielsweise die private Altersvorsorge handelt, könne mit einem regelmäßigen Rebalancing sichergestellt werden, dass eine bessere Rendite erzielt wird. Beispiel: Ein Fondssparplan mit einer Rendite von 5,0 Prozent und monatlichen Einzahlungen von 100 Euro bringt dadurch statt 87.860 Euro ein Bruttoergebnis von 94.370 Euro. „Die jährliche Depotprüfung und Neuausrichtung der Wertpapiere sollte zu einer obligatorischen Aufgabe für jeden Anleger werden“, rät daher Grünecke.

Hintergrund: Bei der Untersuchung von Sparinvest wurde die Performance eines Modellportfolios aus 50 Prozent internationalen Aktien, 35 Prozent Staatsanleihen und 15 Prozent hochverzinslichen Unternehmensanleihen über einen Zeitraum von knapp 14 Jahren (von 1997 bis 2011) analysiert. Das Ergebnis ohne Rebalancing: Eine Wertentwicklung von 95,55 Prozent – mit einer jährlichen Anpassung des Portfolios wären es 109,45 Prozent gewesen.

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