Häufige Börsencrashs belasten die Renditen von Aktienfonds. Banksparpläne bauen dagegen Stück für Stück einen sicheren Kapitalvorrat auf.

dpa/Angelika Warmuth

Düsseldorf. Banksparer arbeiten nach dem Hamsterprinzip: Sie legen regelmäßig einen Teil des eingesammelten Verdienstes zurück und häufen mit der Zeit einen ansehnlichen Vorratsberg an. Auf diesen können sie in Dürrezeiten zurückgreifen. Banksparer genießen einen weiteren Vorteil, um den sie jeder Hamster beneidet: den Zinseszinseffekt. Er verstärkt das Ansammeln von Rücklagen. Denn je mehr Einlage sich im Tresor befindet, desto stärker fällt der jährliche Zinsertrag aus. Das Wachstum potenziert sich von Jahr zu Jahr. Verluste, wie etwa bei einem plötzlichen Wassereinbruch im Hamsterbau auftreten können, brauchen Banksparer nicht zu befürchten.

Fondssparer, die auf Aktienfonds setzten, werden derzeit neidisch auf Banksparer blicken. Denn während das Bankkapital mit stoischer Ruhe von Jahr zu Jahr wächst, müssen viele Aktienfonds für 2011 herbe Verluste einstecken. Betrachtet man die Zehn-Jahres-Bilanz weltweit führender Aktienindizes, treibt es Fondssparern die Tränen in die Augen. So verzeichnen Dax und Dow Jones auf Sicht einer Dekade eine Wertentwicklung von etwa null Prozent, der MSCI World Index verlor rund 25 Prozent und der Euro Stoxx 50 gab gar 40 Prozent seines Wertes ab. Fondssparer stehen demnach häufig mit Verlusten da.

Peu à peu zum Vermögen

Nicht so Sparplan-Sparer. Deren Erträge sind zwar überschaubar, liegen aber in jedem Fall oberhalb der Gewinnschwelle. Im Durchschnitt erzielen Banksparpläne Renditen zwischen drei und vier Prozent. In Jahren mit hohen Inflationsraten liegen die Erträge auch darüber, da die Verzinsung in der Regel mit dem Marktzins ansteigt. Angenommen ein Sparplan rentiert im Schnitt mit 3,5 Prozent, so können Sparer, die zehn Jahre lang monatlich 100 Euro einzahlen, auf einen Ertrag vor Abgeltungsteuer von 14.344 Euro kommen. Liegt die durchschnittliche Verzinsung bei 4,0 Prozent, klettert der Ertrag auf 14.719 Euro.

Interessant ist die Gewinndynamik auf lange Sicht. Der Zinseszinseffekt puscht das Sparergebnis exponentiell in die Höhe. Läuft der Sparplan über 30 Jahre, summiert sich bei vier Prozent Zinsen ein Betrag von 68.760 Euro – mehr als doppelt so viel wie eingezahlt wurde (Einzahlung 36.000 Euro). Bei vierzigjähriger Spardauer springt die Summe gar auf 116.501 Euro, bei einer Einzahlung von 48.000 Euro. Nach Abgeltungsteuer verbleibt dem Sparer ein Nettoertrag von 102.405 Euro. Diese Summe würde ausreichen, um sich aus einem Entnahmeplan mit drei Prozent Zinsen 25 Jahre lang monatlich 567 Euro überweisen zu lassen.

Tipp: Viele Geldinstitute erlauben allerdings nur eingeschränkte Sparplan-Laufzeiten. Häufig enden die Angebote nach 20 oder 25 Jahren. Wer länger sparen möchte, der muss einen Folge-Sparplan abschließen. Dabei ist darauf zu achten, dass man das bereits angesparte Kapital als Startkapital in den Vertrag einbringen kann – nur dann kann der Zinseszinseffekt voll wirken. Laut Biallo-Sparplan-Ranking sind aktuell Renditen bis zu 3,9 Prozent möglich, etwa bei der Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892. Sehr gute, bundesweite Angebote kommen auch von der Umwelt Bank (3,56 Prozent Zinsen) und dem Spar- und Bauverein Hannover (3,40 Prozent). Bei den regionalen Angeboten ragt die Offerte der Stadtsparkasse Düsseldorf mit 3,57 Prozent Zinsen heraus. 

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