Landessozialgericht in Stuttgart
Liegen die Ursachen einer Körperverletzung auf dem Heimweg im beruflichen Bereich, dann greift die Wegeunfallversicherung, entschied das Landessozialgericht Stuttgart. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Liegen die Ursachen einer Körperverletzung auf dem Heimweg im beruflichen Bereich, dann greift die Wegeunfallversicherung, entschied das Landessozialgericht Stuttgart. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

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Liegen die Ursachen einer Körperverletzung auf dem Heimweg im beruflichen Bereich, dann greift die Wegeunfallversicherung, entschied das Landessozialgericht Stuttgart. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Stuttgart (dpa/tmn) - Wird ein Arbeitnehmer auf dem Heimweg von einem Kollegen geschlagen, kann ein Arbeitsunfall vorliegen. Voraussetzung ist, dass der Streit im Zusammenhang mit dem Heimweg stand.

Der Fall vor dem Landessozialgericht Baden-Württemberg: Ein Arbeiter fuhr nach dem Einsatz auf einer Baustelle mit dem Firmentransporter zurück. Seine Aufgabe war es auch, mehrere Kollegen mit zurückzunehmen. Im Wagen kam es zum Streit, ob man wegen der verschwitzten Kleidung die Fenster öffnen oder besser die Zugluft vermeiden solle.

Als der eine Kollege schließlich vom Fahrer abgesetzt wurde, eskalierte die Situation. Der Kollege öffnete die Beifahrertür, so dass der Fahrer aussteigen musste, um diese wieder zu schließen. Dabei griff ihn der Kollege an.

Der Fahrer wurde dabei schwer verletzt und der Täter später wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Berufsgenossenschaft lehnte gegenüber dem Fahrer die Anerkennung eines Arbeitsunfalls ab. Sie meinte, der Streit sei aus persönlichen Differenzen eskaliert.

Das Urteil: Das sah das Landessozialgericht anders. Der direkte Nachhauseweg von der Arbeitsstätte zur Wohnung stehe unter dem Schutz der gesetzlichen Wegeunfallversicherung. Dieser Schutz sei hier nicht unterbrochen worden. Die Ursachen des Streits seien nicht im privaten Bereich begründet gewesen, sondern in der versicherten Tätigkeit des Klägers als Fahrer. Die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) informiert über den Fall (Az.: L 1 U 1277/17).

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