Stuttgart (dpa/tmn) - Anleger sollten ihr Geld möglichst breit streuen. Auf diese Weise könne sich jeder auch gegen das Risiko der Inflation schützen, erklärt Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart.

Die Inflationsrate in Deutschland war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2010 auf 1,1 Prozent geklettert. Zudem belegte eine Studie der Allianz, dass die Kaufkraft des Euro seit seiner Einführung 1999 deutlich verloren hat.

«Einen Vollkaskoschutz für das Depot gibt es nicht», sagte Nauhauser. Für langfristige Anleger sei es sinnvoll, ihr Geld nicht nur in eine Anlageform zu investieren. «Sie sollten auch Sachwerte kaufen.» Diese seien von der Inflation nicht so stark betroffen. Als Beispiele nannte Nauhauser Gold, Aktien oder Immobilien. Allerdings komme es hier auf die Auswahl an. Bei Aktien etwa böten sich statt Einzelwerten eher Indexfonds an.

Eine eher schlechte Wahl seien derzeit Tagesgeldkonten, sagte Nauhauser. «Dort verlieren Kunden eher Geld.» Der Grund: Die Zinssätze seien auf einem niedrigen Niveau, teils lägen sie unter der Inflationsrate.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war die durchschnittliche Inflationsrate 2010 mit 1,1 Prozent zwar noch moderat. Im Euro-Raum schlugen die höheren Energiepreise deutlicher auf die Verbraucherpreise durch. Sie erhöhten sich im Jahresdurchschnitt 2010 gegenüber 2009 um 1,6 Prozent, wie die Statistikbehörde Eurostat berichtete. Im Dezember kletterte die Inflation im Euroraum sogar erstmals seit mehr als zwei Jahren über die wichtige Marke von zwei Prozent.

Zudem hatte die «Bild»-Zeitung am Dienstag (18. Januar) eine Studie der Allianz veröffentlicht, wonach der Euro seit dem Start der Währungsunion knapp 22 Prozent an Wert verloren hat. Im Vergleich zum Januar 1999 hat 1 Euro im Durchschnitt aller Mitgliedsländer eine Kaufkraft von etwas mehr als 78 Cent.

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