Europäisches Jugendparlament in Brandenburg
Teilnehmer der Nationalen Auswahlsitzung des Europäischen Jugendparlamentes (EJP) beraten sich im Plenarsaal des Landtages in Potsdam. Foto: Ralf Hirschberge/Archiv

Teilnehmer der Nationalen Auswahlsitzung des Europäischen Jugendparlamentes (EJP) beraten sich im Plenarsaal des Landtages in Potsdam. Foto: Ralf Hirschberge/Archiv

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Teilnehmer der Nationalen Auswahlsitzung des Europäischen Jugendparlamentes (EJP) beraten sich im Plenarsaal des Landtages in Potsdam. Foto: Ralf Hirschberge/Archiv

Berlin (dpa/tmn) - Die Gesellschaft mitgestalten - das können nicht nur Erwachsene oder gar Politiker. Auch für junge Menschen gibt es zahlreiche Angebote, sich zu engagieren.

Familie, Freundeskreis, Organisationen und Vereine sowie das Netz sind dem Bildungsforscher Klaus Hurrelmann zufolge die Lebenswelten von Jugendlichen, in denen sie Beteiligung erfahren. «Was sie hier für Erfahrungen machen, prägt ihre Vorstellung von gesellschaftlicher Demokratie.» Welche Möglichkeiten haben sie, sich aktiv zu engagieren? Eine Auswahl:

Jugendorganisationen der Parteien: Größere politische Parteien haben in der Regel auch eine Jugendorganisation. Das gilt für alle aktuell im Bundestag vertretenen Parteien: Bei der SPD etwa sind das die Jungsozialisten (Jusos), bei CDU und CSU die Junge Union (JU), bei den Linken die Linksjugend ('solid) und bei den Grünen die Grüne Jugend (GJ). Hier können sich Jugendliche meist ab dem Alter von 14 Jahren engagieren, ein Parteibuch ist in der Regel keine Pflicht.

Partei: Jugendliche können auch direkt Mitglied einer Partei werden. Das Eintrittsalter ist nicht bei allen Parteien gleich. In die SPD kann man schon mit 14 Jahren eintreten, in die CDU erst mit 16. «In den letzten Jahren war da das Interesse bei jungen Leuten geringer», erklärt Hurrelmann. Ein Grund dafür sei auch, dass die Parteien zu weit weg von den jungen Leuten seien. «Auf Mitgliedsversammlung sitzt man schnell mal zwischen vielen Älteren.»

Kinder- und Jugendparlamente: Hier können sich Jugendliche gezielt in die Gemeindepolitik einbringen. Jugendliche vertreten dort ihre Standpunkte zu bestimmten Themen gegenüber den verantwortlichen Personen in der Politik oder Verwaltung. Die Organisation ist deutschlandweit unterschiedlich, nicht überall gibt es ein solches Parlament. Wer sich zu europäischen Themen äußern möchte, kann sich im Europäischen Jugendparlament engagieren. Schüler können sich hier zum Beispiel in kleinen Gruppen als Delegierte bewerben.

Planspiele: Bei Planspielen können Jugendliche anhand von Simulationen begreifen, wie politische Prozesse funktionieren. Sie spielen Verhandlungs- und Entscheidungsprozesse nach - etwa in einer simulierten Stadtratssitzung. Die Bundeszentrale für politische Bildung bietet auf ihrer Webseite eine Planspiel-Datenbank an.

Vereine: Ob Sport, Obdachlosenhilfe oder Tierschutz - Vereine gibt es in Deutschland wie Sand am Meer. Je nachdem, für welches Thema sich Jugendliche interessieren, können sie sich hier einbringen. «Im Verein kann man zum Beispiel lernen, eigene Ideen durchzusetzen», erklärt Hurrelmann.

Schule: Als Klassen- oder Schulsprecher haben Schüler die Möglichkeit, die Interessen ihrer Klassenkameraden zu vertreten. Sie können lernen, Hierarchien einzuhalten und sich an gewisse Regeln und Formalia zu halten, wie Hurrelmann erklärt.

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