Für Kinder ist die Trennung besonders schlimm.

Familie
Arbeitet Papa bei der Marine, muss der Rest der Familie im Alltag meist auf ihn verzichten.

Arbeitet Papa bei der Marine, muss der Rest der Familie im Alltag meist auf ihn verzichten.

dpa

Arbeitet Papa bei der Marine, muss der Rest der Familie im Alltag meist auf ihn verzichten.

Düsseldorf. Den Partner und die Kinder an einem, den Beruf am anderen Ort: Für viele Familien ist der getrennte Alltag leidiges Muss. Nach Schätzungen der Universität Mainz lebt aufgrund gesteigerter Flexibilität im Beruf fast jedes achte Paar eine Fernbeziehung. „Kinder trifft diese Trennung besonders“, sagt Andreas Hundsalz, Diplom-Psychologe aus Mannheim. „Kinder brauchen beide Elternteile.“

Rituale können die Abreise eines Elternteils erleichtern

Die Trennung fordert jedes Familienmitglied anders. Für kleine Kinder ist es sehr abstrakt, wenn Mutter oder Vater für längere Zeit wegfahren. „Kinder haben noch kein Zeitgefühl, erleben nur, dass jemand fehlt“, erklärt Hundsalz. Die Traurigkeit „wenn Papa wieder weg muss“ sei oft sehr stark. „Kleine Kinder trauern regelrecht“, sagt Gerling-Nörenberg. Klassische Trostworte wie „Ach, der Papa kommt doch in ein paar Tagen wieder“, helfen Kindern in ihrer Not nur wenig.

Zur Erleichterung der Situation können Rituale sinnvoll sein, wie zum Beispiel nach der väterlichen Abreise eine Kuschelstunde mit der Mama. Auch kleine Stellvertreter wie Fotos vom Vater oder ein „Ersatz-Kuscheltier“ können Tränen trocknen.

Ob Stress in der Schule oder Streit mit der besten Freundin: „Der ferne Elternteil sollte auf dem Laufenden sein über den Tagesablauf und die Erlebnisse des Kindes“, sagt der Experte. Er warnt eindringlich davor, den Job an erster Stelle zu sehen: „Lassen Sie sich nicht zu stark einspannen, behalten Sie Ihre Familie im Blick“.

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