Beim ersten Date nicht so viel reden
Nicht immer wird aus einem ersten Date auch eine Beziehung: Wer sich aber nicht verstellt und den anderen zu Wort kommen lässt, kann zumindest einen schönen Tag verbringen. Foto: Mascha Brichta

Nicht immer wird aus einem ersten Date auch eine Beziehung: Wer sich aber nicht verstellt und den anderen zu Wort kommen lässt, kann zumindest einen schönen Tag verbringen. Foto: Mascha Brichta

dpa

Nicht immer wird aus einem ersten Date auch eine Beziehung: Wer sich aber nicht verstellt und den anderen zu Wort kommen lässt, kann zumindest einen schönen Tag verbringen. Foto: Mascha Brichta

Köln (dpa/tmn) - Das schönste Outfit, der beste Treffpunkt, das richtige Gesprächsthema: Das erste Date stellt Jugendliche vor viele Herausforderungen. Für die erste Verabredung gibt es zwar kein Drehbuch, aber mit ein paar Tipps lässt sie sich entspannter angehen.

Endlich hat er sich getraut, sie anzusprechen - und sie hat zugesagt. Er wartet im Kino, die Tickets für den neuen Disney-Film hat er bereits in der Hand. Romantik und Tiere - darauf stehen Mädchen doch, oder? Sie stolpert schließlich auf High-Heels durch die Kinotür. «Disney?», fragt sie mit Blick auf die Tickets. Eigentlich steht sie doch auf Actionfilme. Während des Films landet dann auch noch seine Cola auf ihrem Rock - schönes erstes Date. «Es ist normal, dass das erste Date nicht immer so gelingt wie geplant», sagt Psychologin Elisabeth Raffauf. Wer ein paar Dinge beachtet, kann das erste Treffen jedoch entspannter angehen.

Das Date beginnt mit einer Verabredung. Nicht jeder hat jedoch den Mut, den Schwarm direkt anzusprechen. Ein Blick oder ein Lächeln sind häufig der erste Schritt. Einigen falle es zudem leichter, per Telefon, SMS oder Chat den Flirt zu beginnen, berichtet Jutta Stiehler, Leiterin des Dr. Sommer-Teams der Zeitschrift «Bravo». Auch Facebook, schülerVZ und Co. bieten Gelegenheiten, um auf einen Jungen oder ein Mädchen zuzugehen.

«Ich finde es aber nicht so gut, wenn sich jemand hinter einem Facebook-Profil versteckt», sagt der 17-Jährige Schüler Dennis aus Münster. Sein Kumpel Jonas nickt: «Es ist schon besser, wenn man direkt auf jemanden zugeht. Direkt, aber ohne einen plumpen Spruch.»

Name, Alter, Hobbys, Fotos - soziale Netzwerke bieten eine ideale Plattform, um sich von der besten Seite zu zeigen. Kleine Schummeleien sind ein Leichtes. Schnell ist das Alter von 14 auf 16 geändert. Das erste Treffen außerhalb der digitalen Welt beginnt dann schon mal mit einer Mogelei. «Jungen und Mädchen sind enttäuscht, wenn sie merken, dass es der Schwarm mit der Wahrheit nicht so genau genommen hat», sagt Beate Martin. Sie arbeitet in der Sexualpädagogik der pro familia Beratungsstelle in Münster. «Man sollte eine Schummelei möglichst bald aufklären - entweder schon vorher oder dann direkt beim ersten Treffen.»

Der Schwarm hat zugesagt. Das Date steht. Was nun? «Duschen, Fingernägel schneiden, Zähne putzen und rasieren», sagt der 17-jährige Jonas. Der Duft entscheidet mit, ob wir unser Gegenüber attraktiv finden. Das bedeutet auch: Etwas Parfüm wirkt Wunder, zu viel kann den anderen aber regelrecht erschlagen. Das Gleiche gilt für das Outfit. Am besten ist es, in Kleidung zu schlüpfen, in der man sich wohlfühlt. Dass man mehrere Outfits ausprobiert, den Kumpel nochmal nach Tipps fragt, sich beim Haarstyling besondere Mühe gibt - das gehöre dazu und gebe Sicherheit, erklärt Psychologin Elisabeth Raffauf.

Der ideale Treffpunkt für das erste Date sollte ein Ort sein, der beiden gefällt und Gesprächsstoff bietet. Psychologin Raffauf empfiehlt einen öffentlichen Ort: «Dann kann man sich leichter aus dem Staub machen, wenn es nicht so gut läuft.»

Das erste Date diene dem «angucken, kennenlernen, sortieren», sagt Sexualpädagogin Beate Martin. Daher sollte man auch nicht sofort alles von sich preisgeben und vorher überlegen, was man von sich erzählen möchte. Guter Gesprächsstoff ergibt sich, wenn man herausfindet und anspricht, was der andere mag. «Dafür kann man Freunde fragen oder einfach genau beobachten. Trägt er zum Beispiel ein T-Shirt einer Band?», sagt Raffauf. Wichtig sei zudem, das Gegenüber nicht vollzuquatschen. «Man sollte auch zuhören und damit zeigen: Ich interessiere mich für dich.»

Entscheidend sei, sich nicht zu verstellen, zumal dies zum Scheitern verurteilt wäre. «Man kann steuern, was man sagt, aber Gestik und Mimik kann man nicht verstellen. Die sind verräterisch und zeigen, wie ich wirklich bin», sagt Raffauf. Landet die Tomatensoße auf dem Schoß, dann sollte man «einfach lachen und weitermachen», meint Dennis. Die Expertin stimmt zu: «Wenn etwas Peinliches passiert, einfach sagen: "Sorry, ich bin nervös."»

Wenn man sich selbst treubleibt, kann das erste Date gelingen. Nicht jedes Date ist jedoch der Beginn einer Beziehung. Es kann passieren, dass die Chemie nicht stimmt. Dann sollte man den Kopf nicht hängen lassen, sagt Elisabeth Raffauf: «Ich will ja, dass das Gegenüber mich so mag, wie ich bin. Und wenn er oder sie das nicht tut, dann soll es wohl nicht sein.»

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