Gemeinsam schwelgen: Auf Dauer kann sich das unangenehm auf der Waage bemerkbar machen. Statt gemeinsam auf der Couch zu versacken, sollten Paare sich lieber zum Teamsport aufraffen. Foto: Bodo Marks
Gemeinsam schwelgen: Auf Dauer kann sich das unangenehm auf der Waage bemerkbar machen. Statt gemeinsam auf der Couch zu versacken, sollten Paare sich lieber zum Teamsport aufraffen. Foto: Bodo Marks

Gemeinsam schwelgen: Auf Dauer kann sich das unangenehm auf der Waage bemerkbar machen. Statt gemeinsam auf der Couch zu versacken, sollten Paare sich lieber zum Teamsport aufraffen. Foto: Bodo Marks

dpa

Gemeinsam schwelgen: Auf Dauer kann sich das unangenehm auf der Waage bemerkbar machen. Statt gemeinsam auf der Couch zu versacken, sollten Paare sich lieber zum Teamsport aufraffen. Foto: Bodo Marks

Landsberg (dpa/tmn) - Beziehungen machen glücklich - und bequem, sagen Studien. Der Liebestaumel muss sich aber nicht auf der Waage widerspiegeln. Gut ist, gemeinsam mit dem Partner den Kochlöffel zu schwingen und ihn zum Trainingspartner zu machen.

Das Fitnessstudio ist wenig verlockend, wenn der oder die Liebste einen romantischen DVD-Abend vorschlägt. Und die samstägliche Joggingrunde am Morgen wird gegen ein Frühstück im Bett eingetauscht. Viele kennen das Phänomen: In einer Beziehung rückt der Sport schnell in den Hintergrund, das gemeinsame Essen und Kuscheln gewinnt dagegen an Bedeutung. Das stärkt zwar die Bindung, macht sich leider auf der Waage bemerkbar. Bevor der große Diätfrust ausbricht, können Paare aber gegensteuern.

Soziologen an der Uni Heidelberg fanden heraus, dass Menschen weniger Sport machen, sobald sie in Beziehungen sind. «Singles haben einen höheren Erfolgsdruck, was die Optik angeht», erklärt Patric Heizmann. Er hat mehrere Bücher zum Thema Schlanksein geschrieben und beschäftigt sich mit Fitness und Ernährung. Wer in einer Partnerschaft sei, fühle sich sicherer und lehne sich gerne mal zurück.

Wer nach einer Weile mit seinem Gewicht hadert, muss den gemeinsamen Restaurantbesuch aber nicht gleich auf die Abschussliste setzen. Auf die Essensauswahl komme es an: «Ich würde Kohlenhydrate wie Kartoffeln, Reis und Nudeln weglassen», rät Heizmann. Das Stück Fleisch oder Fisch und die Portion Gemüse dürfen dafür ruhig etwas größer ausfallen. Vermeiden sollte das Paar Angebote wie «All you can eat» oder XXL-Portionen, sagt Diät- und Ernährungsexperte Sven David Müller in Nidderau (Hessen).

Problematischer als das Auswärtsessen sei das gemeinsame Versacken auf der Couch, die geteilte Tüte Schokolinsen und das obligatorische Glas Rotwein dazu. Bei manchen Paaren werde das schnell zum Ritual. «Da kann man aber gegensteuern, indem sich beide fragen: "Muss es denn immer das Glas Wein sein? Geht es uns um Alkohol oder um die Gemeinschaft"?», sagt Müller.

Generell sei es besser, öfter selbst zu kochen. «Das klappt aber nur, wenn beide das gemeinsam machen», sagt Müller. Er empfiehlt, das Einkaufen und Kochen zum Ritual machen und sogar in einen Kalender einzutragen. «Oder verteilen Sie klar die Rollen: Einer kauft alles ein, der andere schnibbelt.»

Ideal sei, das gemeinsame Essen einmal in der Woche zur gemütlichen Regel zu machen, sagt Brigitte Koch, Paartherapeutin in Landsberg. «Dabei ist es gut, wenn die Kinder schon im Bett sind, Fernseher, Computer und Handys ausgeschaltet sind.» Während und nach dem Essen sollte genug Zeit für gemeinsame Gespräche bleiben. Dabei könnten beide überlegen: «Wie können wir gesünder leben?»

Entscheidend sei dabei, wie das Gespräch verläuft. «Nachdem Frauen dieses Thema meist wichtiger ist als Männern, sollten sie vermeiden, den Partner zu bevormunden und besserwisserisch zu argumentieren», warnt Koch. Also nicht: «Ich finde, du bist zu dick und solltest abnehmen», sondern «Ich finde, wir sollten etwas für unsere Gesundheit tun».

Vielleicht gelinge es im Gespräch auch, sich auf mindestens einmal wöchentlich Sport zu einigen. Am besten funktioniere es, wenn beide zusammen eine neue Sportart anfangen, etwa Klettern oder Schwimmen. «Denn es ist blödsinnig, wenn der Outdoor-Läufer den Fitnessstudio-Liebhaber auf seine Seite ziehen will», sagt Heizmann.

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