Zeitlos für Senioren
Zeitlose Mode wie diese Kombination kommt bei vielen Senioren gut an.

Zeitlose Mode wie diese Kombination kommt bei vielen Senioren gut an.

Mut zur Farbe: Senioren sollten sich auch an farbenfrohe Kombinationen - wie hier von Witt Weiden - herantrauen.

Im Alter muss die Kleidung vor allem bequem sein: Hosen mit Gummibund wie diese von Bader sind deshalb ideal.

Walbusch/dpa/tmn, Bild 1 von 3

Zeitlose Mode wie diese Kombination kommt bei vielen Senioren gut an.

Reutlingen (dpa/tmn) - Senioren können mehr tragen als nur Beige und Braun. Häufig passt ihnen die Mode direkt von der Stange aber nicht: Die Figur hat sich verändert, und sie brauchen eine spezielle Passform. Am besten lassen sich Ältere in speziellen Läden beraten.

Den meisten Senioren ist das äußere Erscheinungsbild sehr wichtig. Doch das Thema Kleidung ist ein schwieriges Kapitel: Bequem, weich, warm und pflegeleicht soll sie sein, aber nicht altbacken oder altmodisch. Die Auswahl unter Hosen, Pullovern, Röcken und Jacken, die all diesen Ansprüchen genügen, ist zwar nicht gerade gigantisch. Aber es gibt sie.

«Ich habe bei vielen Senioren erlebt: Sie gehen mit einer ziemlich konkreten Vorstellung von Farbe, Schnitt, Material und Anlass eines Kleidungsstückes aus dem Haus», sagt Heike Heim, Stilberaterin aus Reutlingen. «Und genau danach suchen sie dann auch - mit viel Geduld und hohem Zeitaufwand.» Die erste Adresse dabei sind Geschäfte vor Ort. Sie haben den Vorteil: Das Kleidungsstück kann nicht nur optisch begutachtet, sondern auch angefasst und vor allem anprobiert werden.

Mittlerweile gibt es in vielen Städten Geschäfte, die sich auf Mode für Senioren spezialisiert haben. Sie unterscheiden sich auch in der Einrichtung von Boutiquen für andere Altersgruppen: Zwischen den Ständern, aber auch in der Umkleide muss viel Platz sein. In der Umkleide ist ein bequemer Stuhl wichtig. «Ein Brett an der Wand wie im Fashion-Store reicht da nicht», erklärt Manuela Heinsohn, Inhaberin von «Donna Moden» in Hamburg, die sich auf Seniorenmode spezialisiert hat. «Außerdem können viele ältere Menschen schlechter sehen. Sie brauchen also besonders gutes Licht. Und schließlich muss der Service angemessen sein. Viel Zeit, Ruhe und Geduld sind genauso notwendig wie konkrete Beratung und Vorschläge.»

Die Alternative sind größere Kaufhäuser. «In einigen Geschäften muss man gezielt nach 50-plus-Ständern Ausschau halten», sagt Stilberaterin Hein. Und schließlich gibt es noch Versandhändler wie Witt Weiden, Klingel oder Ags-Versand, bei denen per Katalog oder Internet bestellt werden kann.

Bei der Auswahl steht die Frage, was gefällt, oft an zweiter Stelle. «Mit zunehmendem Alter werden praktische Aspekte bei der Wahl der Kleidung immer wichtiger», sagt Ursula Lenz von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) in Bonn. Praktisch heißt: passend, bequem und pflegeleicht. Das größte Problem ist die Passgenauigkeit. «Der Körper verändert sich im Alter: Frauenkörper werden nach den Wechseljahren in der Taille breiter, Po und Schenkel jedoch sind schmal.»

Diesen Veränderungen muss vor allem der Schnitt der Hose Rechnung tragen. Zudem gehen ältere Menschen verstärkt vorgebeugt. Eine normal geschnittene Bluse, Jacke oder Weste ist deshalb hinten oft zu kurz. Und schließlich nehmen viele Menschen im Alter zu und können damit einfach nicht mehr zu der Größe greifen, die sie ihr Leben lang getragen haben.

Schließlich geht es um die Optik. Möglicherweise findet sich eine gut sitzende Hose tatsächlich nur in einer gedeckten Farbe wie Schwarz. Doch dann kann das Oberteil zum Farbgeber werden. «Viele Senioren bevorzugen Farben wie Creme, Beige oder Grau und sind unsicher, ob sie kräftigere Farben tragen können», sagt Heinsohn.

Für viele Senioren ist zeitlose Mode wichtig. «Die meisten Senioren mögen keine zu verspielte Kleidung, zu viel Muster oder auch sichtbaren Materialmix wie Leder, Stoff und Wolle», sagt Heim. Eine schöne Möglichkeit ist auch, Schmuck oder Accessoires mit zurückhaltender Kleidung zu kombinieren, so Heinsohn: «Tücher werden gerne als modischer Farbtupfer eingesetzt oder auch, um ein nicht mehr ganz so junges Dekolletee zu verstecken.»

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