Wohl DER Filmkuss schlechthin: Scarlett O'Hara (Vivien Leigh) und Rhett Butler (Clark Gable) im Film «Vom Winde verweht» aus dem Jahre 1939. Foto: dpa
Wohl DER Filmkuss schlechthin: Scarlett O'Hara (Vivien Leigh) und Rhett Butler (Clark Gable) im Film «Vom Winde verweht» aus dem Jahre 1939. Foto: dpa

Wohl DER Filmkuss schlechthin: Scarlett O'Hara (Vivien Leigh) und Rhett Butler (Clark Gable) im Film «Vom Winde verweht» aus dem Jahre 1939. Foto: dpa

Romantik ist zurzeit angesagt. So wird auch die Zeit vor dem ersten Kuss zelebriert. Foto: Patrick Pleul

Der Kuss als Namensgeber: Kiss ist eine der erfolgreichsten Rock-Bands. Bei diesen Fans ist der Name Programm. Foto: Britta Pedersen

Der Schokokuss ist nicht nur bei Kindern beliebt. Foto: Jens Büttner

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Wohl DER Filmkuss schlechthin: Scarlett O'Hara (Vivien Leigh) und Rhett Butler (Clark Gable) im Film «Vom Winde verweht» aus dem Jahre 1939. Foto: dpa

Berlin (dpa) - Auf der Straße, im Bett, vor dem Traualtar: Es wird geküsst, geküsst, geküsst. Ist der erotische Kuss schöner als der romantische und welcher Filmkuss bleibt unvergessen? Eine Kuss-ologie zum Tag des Kusses am Samstag (6. Juli).

Schmatzer von der Oma, erster Kuss im Teenie-Alter, höflicher Handkuss: Küsse gibt es im Laufe eines Lebens viele - für manche schämt man sich, manche vergisst man nie. Zum Internationalen Tag des Kusses eine kleine «Kuss-ologie» (offiziell heißt die Wissenschaft vom Küssen übrigens Philematologie):

Musikalischer Kuss: Nicht küssen, sondern drüber singen: Klassik, Pop, Metal, Jazz - der Melodie-Kuss funktioniert in allen Genres. Marilyn Monroe und Elvis Presley besangen ihn, eine der erfolgreichsten Rock-Bands nannte sich gleich danach: Die Gruppe Kiss, die sich in den 70er Jahren gründete. Laut der Prinzen ist zwar «Küssen verboten» - der Song war trotzdem auch bei Küssern in den 90ern ein Ohrwurm. Und Max Raabe stellte vor zwei Jahren ganz richtig fest: «Küssen kann man nicht alleine».

Der Evergreen «Kiss Me, Kate» ist Cole Porters erfolgreichstes Musical - 1948 in New York uraufgeführt. Der tschechische Komponist Bedrich Smetana (1824-1884) gab einer seiner Opern den Namen «Der Kuss». Auch in Filmen gibt es zuhauf Lieder übers Küssen. Ein Beispiel: die Badeszene von Julia Roberts in «Pretty Woman», in der sie in der Badewanne über Walkman «Kiss» von Prince hört und mitsingt.

Tierischer Kuss: Schmatzer für Katze, Hund und Hamster: Vielen ist ihr Haustier so sehr ans Herz gewachsen, dass geschmust, gekrault und auch mal geküsst wird. Kuss auf Fell und Schnauze - hygienisch bedenklich? Es gibt keine lebensbedrohlichen Gefahren und Tierkrankheiten können auf den Menschen nicht übertragen werden, wie der Berliner Hygieneexperte Klaus-Dieter Zastrow sagt.

Aber: «Eltern sollten es nicht unbedingt fördern, dass ihre Kinder Hund oder Katze auf die Schnauze küssen. Ein bisschen Zurückhaltung ist angebracht.» Die Tiere würden draußen von vielen gestreichelt oder berührten mit ihren Schnauzen viele Stellen - dadurch könnten sie Überträger von Krankheitserregern von Mensch zu Mensch sein - ähnlich wie bei einer Türklinke. «Die küsse ich ja auch nicht», sagt Zastrow. Hin und wieder sei ein Kuss auf das Fell oder Schnauze von Flecki, Waldi & Co. aber unbedenklich.

Kulinarischer Kuss: Liebe geht durch den Magen - vielleicht hat deshalb die kulinarische Welt den Kuss auch namentlich gleich in die Küche integriert. Der Schokokuss - schaumig, cremig, süß und knackig. Nicht nur bei Kindern beliebt, sondern auch bei denen, die noch einmal Kind sein wollen. Auch süß: Das Schaumgebäck aus Eiweiß und Zucker heißt hierzulande «Baiser» (französisches Wort für Kuss). Baiser wird neben dem puren Genuss auch zur Verzierung von Kuchen und Torten verwendet. Knackig und harmonisierend.

Falscher Doppelkuss: Hört sich zwar wie zwei Küsse an, dennoch soll der Begriff Couscous nicht an den Schmatzer erinnern. Das Hartweizengrieß-Gericht aus der nordafrikanischen Küche wird zum Beispiel als Salat, oder als Beilage zu Lamm gegessen. Immer häufiger auch hierzulande auf Grillpartys zu sehen.

Cineastischer Kuss: Nur wenige Filme kommen ohne Kuss aus - und das aus gutem Grund: Sie sorgen für Gesprächsstoff oder animieren zum Nachahmen im Kinositz bei Popcorn und Cola. Unvergessen: Die Schauspieler Clark Gable und Vivien Leigh in «Vom Winde verweht» - wohl DER Filmkuss schlechthin. Auch im Katastrophen-Melodram «Titanic» gab es viel Gänsehaut, als sich die Schauspieler Kate Winslet und Leonardo DiCaprio küssten.

Einige Filmküsse wirkten sogar über die Dreharbeiten hinaus: Hollywood-Traumpaar Angelina Jolie und Brad Pitt lernten sich am Set für die Action-Komödie «Mr. & Mrs. Smith» kennen - und lieben.

Trendiger Kuss:Romantisch oder erotisch - welcher Kuss macht das Rennen? Es gibt im Moment eine klare Polarisierung, wie der Hamburger Trendforscher, Prof. Peter Wippermann, sagt. Einerseits habe der romantische Kuss im Moment Hochkonjunktur. «Dahinter steckt die Sehnsucht nach Besonderheit: das einzigartige Erleben zwischen Menschen, die nicht austauschbar sind.» Die kurze Zeit, bevor man sich küsst, werde besonders genossen - das sei eine Art Ritual, fügte Wippermann hinzu. Romantik sei ohnehin gerade angesagt: Blumenmuster auf Tapeten, Handarbeit, Landhausstil.

Andererseits sei der erotische Kuss, auch bedingt durch die Medien, immer stärker in der Öffentlichkeit präsent. Beim sexuellen Kuss gehe es um Beschleunigung und Direktheit, sagt Wippermann. Der Moment vor dem Kuss werde bewusst übersprungen und der Kuss dafür intensiviert. Die Bilanz des Trendforschers: Der erotische Kuss liegt momentan knapp vor dem romantischen.

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