Fürth (dpa/tmn) - Wenn Kinder Freunde haben, sind deren Ansichten öfter wichtiger als das, was die Eltern denken. Auch wenn das manchmal wehtut. Eltern müssen das akzeptieren.

Die Meinung der Freunde als Maßstab nehmen: «Das ist Ausdruck eines natürlichen Ablösungsprozesses», sagt der Diplom-Psychologe Ulrich Gerth, Vorsitzender der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) in Fürth. Dabei werde aber manchmal übers Ziel hinausgeschossen, indem die Kinder nicht nur die Ansichten und den Kleidungsstil ihrer Freunde übernehmen, sondern auch die Art, wie diese reden, kopieren.

Hier können Eltern die Veränderung behutsam ansprechen und ihre Kinder fragen, ob alle Freunde so sind und wo die Eigenständigkeit bleibt. Gerth warnt aber davor, zu viel zu erwarten, denn letztlich haben Eltern in dieser Phase schlechte Karten. Ein Trost ist dabei, dass die wichtigsten Wertvorstellungen des Kindes langfristig doch durch das geprägt werden, was die Eltern ihm vorgelebt haben.

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