Musik im Ohr
Eltern sollten die Lautstärke in den MP3-Playern des Nachwuchses prüfen und gegebenenfalls die Lautstärke manuell auf einen Höchstwert begrenzen. Foto: Lukas Barth

Eltern sollten die Lautstärke in den MP3-Playern des Nachwuchses prüfen und gegebenenfalls die Lautstärke manuell auf einen Höchstwert begrenzen. Foto: Lukas Barth

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Eltern sollten die Lautstärke in den MP3-Playern des Nachwuchses prüfen und gegebenenfalls die Lautstärke manuell auf einen Höchstwert begrenzen. Foto: Lukas Barth

Frankfurt (dpa/tmn) - Schultasche auf, Kopfhörer rein, und ab auf die Straße - das kann für Kinder gefährlich werden. Denn ist die Musik vom MP3-Player zu laut, hören sie den Verkehr nicht mehr. Und den Ohren tut der Lärm auch nicht gut. Was können Eltern dagegen tun?

Eltern sollten Kindern nur MP3-Player kaufen, bei denen sich die Lautstärke begrenzen lässt. So können sie Kinder vor Hörschäden bewahren. «Sie sollten das Gerät auf Zimmerlautstärke einstellen», rät Michael Deeg vom Berufsverband der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte. Zimmerlautstärke bedeute, dass die Eltern die Musik nicht als unangenehm laut empfinden sollten, wenn sie die Kopfhörer aufsetzen. «Es darf die sogenannte Unbehaglichkeitsschwelle nicht überschreiten.» Sie liegt für gesunde Menschen bei etwa 80 Dezibel. So laut ist zum Beispiel Straßenlärm bei starkem Verkehr.

Manche Hersteller denken bereits darüber nach, die Maximallautstärke ihrer Geräte von vornherein zu drosseln. «Das ist aber nicht verpflichtend», sagt Jürgen Ripperger vom Prüf- und Zertifizierungsinstitut des Elektro-Branchenverbands VDE. Einige Geräte lassen sich die Lautstärke allerdings manuell auf einen Höchstwert begrenzen. Genau das sollten Eltern tun, bevor sie ihren Kindern MP3-Player aushändigen.

Denn wenn das Gerät zu laut ist, kann das auf Dauer zu Hörschäden führen. Ab einem Wert von 90 Dezibel werde es kritisch, sagt Michael Deeg. So laut sei in etwa ein Rasenmäher. Die meisten Geräte kommen aber über diesen Wert hinaus. Das Problem bestehe bei Kindern gar nicht darin, dass ihr Gehör empfindlicher sei als das von Erwachsenen, sagt Deeg. Denn das Hörorgan sei schon zur Geburt voll entwickelt. Kinder könnten aber die richtige Lautstärke nicht gut einschätzen.

Besondere Gefahr drohe im Straßenverkehr, warnt Ripperger. Sogenannte In-Ear-Kopfhörer schirmen den Lärm von außen so gut ab, dass Kinder herannahende Autos nicht mehr hören können. Auch bei zu lauten halboffenen Kopfhörern sei das ein Problem. «Im Straßenverkehr sollten Kopfhörer daher ein No-Go sein. Nicht nur für Kinder, auch für Erwachsene», sagt Ripperger.

Auf dem Autorücksitz sind Kopfhörer aber kein Problem. Allerdings sollten Kindern ihren Ohren alle ein bis zwei Stunden eine Pause gönnen. «Erholungsphasen sind sehr wichtig fürs Ohr», rät Deeg. Das gilt auch für die Hörmuschel. Sie kann bei manchen Kopfhörern nämlich Druckstellen bekommen. Bestimmte Materialien können den Druck ebenfalls mindern. In-Ear-Kopfhörer gibt es beispielsweise auch in einer weichen Variante. «Das erhöht den Tragekomfort bei Kindern», sagt Deeg. Bei den Kopfhörern mit Bügel kommt es darauf an, schon beim Kauf die richtige Größe zu finden.

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