Berlin. Bei der Arbeit und auf dem Arbeitsweg sind im vergangenen Jahr deutlich Menschen verunglückt als 2009.

Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle stieg bundesweit von 496 auf 524 und die der tödlichen Wegeunfälle von 362 auf 369. Das teilte die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) am Donnerstag in Berlin mit. Demnach gab es 2010 rund 964 000 meldepflichtige Arbeitsunfälle: 8,8 Prozent mehr als 2009.

Auf dem Weg zur Arbeit und nach Hause ereigneten sich 224 110 Unfälle: 25,5 Prozent mehr als im Vorjahr. DGUV-Hauptgeschäftsführer Joachim Breuer erklärte den Anstieg an Arbeitsunfällen mit einer höheren Beschäftigtenzahl.

„Es ist ein typischer Reflex, dass bei anziehender Konjunktur und Beschäftigung auch die absolute Zahl der Arbeitsunfälle zunimmt“, sagte Breuer.

Außerdem habe es 2010 viel Schnee und Eis und somit auch viele schwere Unfälle im Straßenverkehr gegeben. Die Schüler-Unfallversicherung, die für Kita-Kinder, Schüler und Studenten zuständig ist, registrierte rund 1,3 Millionen meldepflichtige Unfälle in Bildungseinrichtungen - 3,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Davon endeten sieben Unfälle tödlich. 51 tödliche Unfälle ereigneten sich hingegen auf dem Weg zur Kita, Schule, Hochschule oder von dort nach Hause.

Insgesamt gab es 124 000 Wegeunfälle - sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Ob jedoch insgesamt das Unfallrisiko gestiegen sei, lasse sich noch nicht sagen. Die Zahl der 2010 geleisteten Arbeitsstunden liege erst im Sommer vor.

Erst dann könne berechnet werden, wie das Verhältnis von Unfällen und Arbeitszeit ist. Breuer forderte Unternehmen und Versicherte auf, mehr zur Vermeidung von Unfällen zu tun. Die gesetzliche Unfallversicherung biete dazu konkrete Angebote, unter anderem die Kampagne „Risiko raus!“.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer