Genshagen (dpa/tmn) - Fischstäbchen, Erdbeerjoghurts oder Müsliriegel: In Fabriken werden sie zu Tausenden gefertigt. Fachkräfte für Lebensmitteltechnik sorgen dafür, dass die Qualität der Waren stimmt. Ihre erste Amtshandlung in der Früh? Hände desinfizieren!

Jennifer Lass schätzt an ihrem Job, dass er krisensicher ist. «Gegessen und getrunken wird immer», sagt sie. Die 19-Jährige hat vor zwei Jahren eine Ausbildung zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik bei Coca-Cola im brandenburgischen Genshagen begonnen. Sie reizt, dass sie mitverantwortlich dafür ist, dass das Getränk in einwandfreiem Zustand beim Konsumenten ankommt.

In der Getränkeindustrie, aber auch in Betrieben, die etwa Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse herstellen oder verarbeiten, sind Fachkräfte für Lebensmitteltechnik tätig. Die Fachkräfte überwachen den Produktionsprozess beispielsweise von Heringssalat, der portionsweise in Töpfen abgefüllt wird. Oder von Apfelmus, das in Gläsern landet. Gibt es Störungen an den Maschinen, greifen sie ein.

Geschmack, Aussehen und Geruch - stimmt alles bei der Ware? Das überprüfen die Fachkräfte während der Produktion mehrfach. «Qualitätskontrolle ist eine zentrale Aufgabe», sagt Valerie Holsboer. Sie ist Hauptgeschäftsführerin der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss (ANG) in München.

Die Ausbildung für diese Tätigkeit dauert drei Jahre. Sie findet sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule statt. «Pro Jahr beginnen rund 1000 junge Leute eine Ausbildung zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik», sagt Michael Assenmacher vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin. Bewerber sollten mindestens die mittlere Reife in der Tasche haben.

Wer den Beruf der Fachkraft für Lebensmitteltechnik erlernen möchte, sollte zuverlässig sein und ein ausgeprägtes Bewusstsein für Hygiene haben. Schmutzpartikel, Haare und Bakterien haben in Nahrungsmitteln nichts zu suchen.

Bevor in einem Betrieb der Arbeitstag beginnt, werden als erstes die Hände desinfiziert. Dann geht es in Arbeitskleidung und mit Kopfhaube los. Angelieferte Rohstoffe müssen die Fachkräfte in Lager- und Kühlräumen verstauen. Vorher überprüfen sie die Qualität der Waren.

«In der Berufsschule bekommen die Azubis beigebracht, wie man Lebensmittel konserviert», erläutert Assenmacher. Welche Verfahren es gibt, um Inhaltsstoffe auf ihre Bestandteile zu untersuchen, steht ebenfalls auf dem Stundenplan.

«Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist von Sparte zu Sparte unterschiedlich, gezahlt wird überwiegend nach tarifvertraglichen Vereinbarungen», sagt Holsboer. Azubis könnten im Schnitt im ersten Jahr mit 502 bis 650 Euro pro Monat, im zweiten Jahr mit 578 bis 748 Euro und im dritten Jahr mit 667 bis 862 Euro im Monat rechnen. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt je nach Branche zwischen 2100 und 3000 Euro brutto pro Monat.

Fertige Fachkräfte für Lebensmitteltechnik können sich zum Geprüften Industriemeister Fachrichtung Lebensmittel oder zum Geprüften Industriemeister Süßwaren fortbilden. Oder, falls sie wie Jennifer Lass Abitur haben, Lebensmitteltechnik studieren: «Ich möchte in jedem Fall meine Kenntnisse auf der Universität vertiefen», sagt sie.

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