München (dpa) - Teilzeitarbeit ist gefragt. Doch Arbeitnehmer mit anspruchsvollen Jobs trauen sich einer Studie zufolge das Kürzertreten häufig erst, wenn Vorbilder mit gutem Beispiel vorangehen.

Solch ein Vorbild kann beispielsweise ein hochrangiger Manager sein, der sich aktiv für flexible Arbeitszeiten im Unternehmen einsetzt. Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie der Beratungsgesellschaft Bain & Company, die am Montag (7. Februar) in München veröffentlicht wurde.

Von den untersuchten Firmen in Europa, den USA und Asien bieten zwar 60 Prozent flexible Arbeitszeitmodelle an, doch in nur 18 Prozent der Fälle werden sie breit genutzt. An mangelndem Interesse kann dies nicht liegen: Von rund 3300 befragten Arbeitnehmern in herausfordernden Positionen können sich 94 Prozent der Frauen und 78 Prozent der Männer vorstellen, in Teilzeit zu arbeiten.

«In Deutschland gibt es großen Nachholbedarf, wenn es um flexible Arbeitszeitmodelle für Fach- und Führungskräfte geht», betont Bain-Experte Gunther Schwarz. Neben einem Vorreiter im Top-Management, der für Teilzeitarbeit im Unternehmen wirbt, seien auch Mentoren sinnvoll, die den Aufstieg von flexibel arbeitenden Nachwuchskräften fördern. Dies sei angesichts des sich abzeichnenden Fachkräftemangels im eigenen Interesse der Unternehmen.

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