Bei der Präsentation punkten
Eine kurze Anekdote, rhetorische Fragen, Blickkontakt: Wer einige Dinge beachtet, kann mit seiner Präsentation punkten. Foto: Jan Woitas

Eine kurze Anekdote, rhetorische Fragen, Blickkontakt: Wer einige Dinge beachtet, kann mit seiner Präsentation punkten. Foto: Jan Woitas

dpa

Eine kurze Anekdote, rhetorische Fragen, Blickkontakt: Wer einige Dinge beachtet, kann mit seiner Präsentation punkten. Foto: Jan Woitas

Hannover (dpa/tmn) - Wer einen Vortrag halten muss, lernt am besten die ersten Sätze auswendig. Dann kann beim Einstieg wenig schiefgehen. Für danach helfen Stichwörter. Wichtig ist: Nach 20 Minuten sollte Schluss sein. Hier die besten Tipps für eine gute Präsentation:

Anfang auswendig lernen: Bei Vorträgen sind Redner oft sicherer, wenn sie die ersten beiden Sätze auswendig lernen. «Der erste Eindruck entscheidet mit, wie aufmerksam das Publikum einem Redner folgt», erläutert der Kommunikationscoach Gert Schilling. Deshalb sollte der Einstieg möglichst gut klappen. Danach halten Vortragende ihre Rede besser frei. Sonst wirken sie schnell verkrampft. «Als Rückversicherung würde ich mir nur eine Liste mit Stichwörtern machen.» Verliert der Redner dann den Faden, hat er ein Sicherheitsnetz.

Ohröffner benutzen: Schilling empfiehlt als Einstieg einen «Ohröffner», zum Beispiel eine Geschichte oder eine Episode. So könne man etwa sagen: «Als wir uns in unserem Team das erste Mal getroffen haben, sagten neun von zehn Leuten, das Projekt sei nicht realisierbar. Nun sitzen wir sechs Monate später hier und ich stelle ihnen die Evaluation unseres Projektes vor, das wir gerade abgeschlossen haben.» Ebenfalls gut geeignet seien rhetorische Fragen, beispielsweise: «Die interessante Frage, die wir heute beantworten wollen, ist: 'Lohnt es sich in Anzeigen zu investieren oder nicht?'».

Blickkontakt aufnehmen: Der Redner sollte sich das Ziel setzen, mit jedem Zuhörer Blickkontakt aufzunehmen. «Zuhörer finden den Vortrag nämlich automatisch besser, wenn der Redner ihnen Aufmerksamkeit schenkt», sagt Schilling. Die Situation sei vergleichbar mit einem Paar, das sich beim Kauf eines Autos beraten lässt. «Redet der Verkäufer nur mit einem Ehepartner, wird der andere sich vernachlässigt fühlen und hinterher eher nicht dem Kauf zustimmen.» Redner sollten daher nicht nur Blickkontakt zu den Zuhörern in der ersten Reihe aufnehmen, sondern auch jene mitnehmen, die an den Seiten oder hinten sitzen. Ist das Publikum zu groß dafür, sollte der Redner es in Gruppen unterteilen. «Ich würde dann darauf achten, dass ich den Gruppen im Publikum gleichermaßen Aufmerksamkeit schenke», erklärt Schilling.

Nicht abwenden: Ganz schlecht sei es, bei Präsentationen mit Powerpoint den Blick vom Publikum abzuwenden, um auf die Wand zu blicken, auf die die Folien projiziert werden. «Das sollte man nur machen, wenn man den Blick des Publikums ganz bewusst auf die Folie lenken will», so Schilling. In allen anderen Fällen lenke es nur stark vom Redner ab. Im übrigen vermittle der Blick zur Wand oft den Eindruck, dass der Redner schlecht vorbereitet ist. «Das wirkt oft so, als wollte der Redner selbst noch einmal schnell nachgucken, was dort gerade an die Wand gestrahlt wird.»

Botschaften wiederholen: Wichtige Botschaften zu wiederholen hilft den Zuhörern, besser zu verstehen, worum es geht. «Oft verankert sich eine Botschaft erst im Kopf des Zuhörers, wenn sie wiederholt wird», sagt Gerriet Danz, Kommunikationsexperte aus Hamburg. Er empfiehlt, die Botschaft des Vortrags in der Einleitung unterzubringen und sie dann noch mindestens zweimal auszusprechen, am besten noch in der Mitte und am Ende. Das könne etwa eine Aussage sein wie «Um größere Umsätze zu machen, müssen wir mehr Online-Marketing machen». Redner sollten es mit Wiederholungen aber nicht übertreiben. Wer eine Botschaft öfter als dreimal wiederholt, erweckt den Eindruck, er halte das Publikum für blöd. «Dann ist beim Zuhörer sofort der Ofen aus», warnt Danz.

Geschenke verteilen: Um in Erinnerung zu bleiben, ist Kreativität gefragt. «Eine gute Idee ist es, den Vortrag mit kleinen Geschenken für die Zuhörer aufzupeppen», rät Danz. So könnten etwa bei der Neueinführung eines Produkts auf die Stühle der Zuhörer kleine Modellflugzeuge gelegt werden. «Das ist ein Symbol dafür, dass man mit dem Produkt in einem Markt neu starten will.» Gehe es um das Thema Transparenz, könne man Brillenputztücher unter die Stühle kleben. Dann würde der Redner sein Publikum in der Mitte des Vortrags auffordern, unter dem Stuhl nachzuschauen. Wenn die Zuhörer das Brillenputztuch finden, halten sie für den Rest des Vortrags ein Symbol für mehr Transparenz in der Hand.

Ende finden: Spätestens nach 20 Minuten sollte der Redner zum Schluss kommen. «Alles, was darüber hinausgeht, sollte man dem Publikum nicht zumuten», erklärt Schilling. Denn nur sehr gute Redner hätten die Begabung und das rhetorische Wissen, ein Publikum noch länger zu fesseln.

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