Frauen zu unsicher
Frauen sollten im Job offensiver vorgehen. Denn ihre Unsicherheit verhindert den Aufstieg auf der Karriereleiter.

Frauen sollten im Job offensiver vorgehen. Denn ihre Unsicherheit verhindert den Aufstieg auf der Karriereleiter.

dpa

Frauen sollten im Job offensiver vorgehen. Denn ihre Unsicherheit verhindert den Aufstieg auf der Karriereleiter.

Hamburg (dpa) - Eigene Ängste und Unsicherheit bremsen berufstätige Frauen auf der Karriereleiter eher aus als Männer. Das sagte Prof. Jörg Felfe von der Helmut-Schmidt-Universität, der am Freitag (28.1.) die Ergebnisse eines entsprechenden Projekts vorstellte.

«Die Angst vorm Versagen in einer Führungsposition oder Rollenerwartungen nicht gerecht zu werden, ist bei Frauen ausgeprägter als bei Männern», sagte Prof. Jörg Felfe. Er leitet das Forschungsprojekt «Führungsmotivation im Geschlechtervergleich» an der Universität der Bundeswehr in Hamburg, dessen Ergebnisse nun präsentiert wurden.

Die Organisationspsychologen des Projekts haben mehr als 3500 Frauen und Männer über ihre beruflichen Pläne befragt, darunter Abiturienten, Studenten und Arbeitnehmer unterschiedlicher Branchen. Dabei habe sich eine Gruppe herauskristallisiert, die eigentlich führen will, es sich aber nicht zutraut, sagte Felfe. Dies treffe auf ein Viertel der befragten Männer und auf 28 Prozent der Frauen zu. Eine weitere Gruppe scheut gänzlich Führungsverantwortung (Männer: 13 Prozent; Frauen: 22 Prozent).

«Frauen haben größere Hemmungen, ihre Macht auszuspielen, auch wenn sie ebenso gerne führen wollen wie Männer.» Sollten unsichere Frauen ein Führungsangebot erhalten, seien sie eher ambivalent oder lehnten es sogar ab. «Dann ist aber auch der Personalchef verunsichert und zweifelt an der Eignung der Gefragten.» Sie würde kaum ein zweites Mal berücksichtigt, «ihre Chancen sinken».

Solches Verhalten kann aus Sicht des Wissenschaftlers durchbrochen werden. «Wenn sich Betroffene klarer über die eigene Motivation werden, können Barrieren erkannt und besser ausgeräumt werden.» Das werde bisher auch in traditionellen Coachings oder Förderprogrammen zu wenig berücksichtigt. Eher überspielten dort auserwählte Teilnehmerinnen mögliche Unsicherheiten. «Hier muss man aber den Stier bei den Hörnern packen», sagte Felfe. «Die Persönlichkeit und individuelle Motivation sind Stellschrauben, die in der Personalentwicklung noch nicht genügend berücksichtigt wurden.»

Nach weiteren Projekterkenntnissen sind Frauen im Vorteil, die weibliche Vorbilder in ihrem beruflichen Umfeld haben. «Wenn auch die Mutter Unternehmerin war, hat die Tochter einen ganz anderen Rückhalt auf ihrem Berufsweg», sagte der Wissenschaftler. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hatte jüngst veröffentlicht, dass von 182 Vorstandspositionen in den 30 DAX-Unternehmen nur vier von Frauen besetzt sind.

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