Oberhausen (dpa/tmn) - In Fällen leichtester Fahrlässigkeit muss ein Arbeitnehmer nicht gegenüber seinem Arbeitgeber haften. Darüber informiert die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV).

Die DAV verweist auf ein Urteil des Arbeitsgerichts Oberhausen: In dem Fall arbeitete ein Mann von Anfang März bis Ende Mai 2011 im Handy-Shop eines Einkaufszentrums. Anfang Mai wurden zwölf hochwertige Mobiltelefone aus dem Lager hinter dem Geschäft gestohlen. Der Mitarbeiter war gerade in einem Verkaufsgespräch. Nach Angaben des Ladenbetreibers hatten die Handys einen Wert von zusammen rund 6000 Euro. Daher zahlte der Arbeitgeber dem Verkäufer weder den Lohn für den Monat Mai 2011 noch die Provisionen. Er verlangte die Bezahlung der gestohlenen Handys (Aktenzeichen: 2 Ca 1013/11).

Zu Unrecht, entschied das Gericht. Der Arbeitgeber dürfe die Kosten für die gestohlenen Handys nicht gegen die Lohnansprüche des Klägers aufrechnen. Einen Schadensersatzanspruch sahen die Richter ebenfalls nicht, weil dem ehemaligen Verkaufsberater nur leichteste Fahrlässigkeit anzulasten sei.

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