Ratingen (dpa/tmn) - Beim Chef kommt es gut an, wenn Mitarbeiter für andere einspringen. Sie müssen aber aufpassen, dass das nicht zur Regel wird. «Sonst heißt es schnell: 'Der hilft immer.' Dann kommt man nicht mehr aus der Nummer raus», sagte Berufscoach Theo Bergauer.

Beschäftigte sollten daher deutlich sagen, dass es eine Ausnahme ist, wenn sie freiwillig eine Sonderschicht einlegen oder einen freien Tag opfern, weil ein Kollege ausgefallen ist. Auch wenn ein Kollege einen um Hilfe bittet, weil er seine Arbeit nicht schafft, sollten Beschäftigte Grenzen ziehen. «Man kann ja sagen: Okay, dieses Mal helfe ich gerne aus, das ist ja eine Notsituation - aber das mache ich nicht immer», riet Bergauer. Ansonsten erwarte der Kollege schnell, dass man immer bereit ist, die Arbeit von anderen zu übernehmen. «Das geht dann nach dem Motto: Man reicht ihm den kleinen Finger, und er nimmt die ganze Hand.»

Hinterher führen Berufstätige dem anderen am besten noch einmal vor Augen, wie viel Arbeit ihnen der Notfalleinsatz bereitet hat, empfahl Bergauer. Dann sollten sie es auch sagen, wenn der andere ihnen aus ihrer Sicht zu viel zugemutet hat - etwa so: «Das war so viel Aufwand, das möchte ich kein zweites Mal machen.» Menschen mit «Helfersyndrom» halsten sich im Beruf oft zu viel auf, erläuterte Bergauer. «Die sind schnell der Depp, der alles abbekommt.»

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