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Deutsche Unternehmen haben bei der Frauenförderung aufgeholt, so die Studie. Doch viele Programme greifen noch nicht. Foto: Patrick Pleul

Deutsche Unternehmen haben bei der Frauenförderung aufgeholt, so die Studie. Doch viele Programme greifen noch nicht. Foto: Patrick Pleul

dpa

Deutsche Unternehmen haben bei der Frauenförderung aufgeholt, so die Studie. Doch viele Programme greifen noch nicht. Foto: Patrick Pleul

Düsseldorf (dpa) - Die großen Unternehmen in Deutschland holen bei der Frauenförderung auf, wie die Unternehmensberatung McKinsey in einer Studie ermittelte. Doch viele Programme sind relativ neu und zeigen noch kaum Wirkung. Hier die zentralen Ergebnisse der Studie.

Deutsche Unternehmen holen bei der Frauenförderung einer Studie zufolge auf. Inzwischen investieren rund 80 Prozent in die Förderung von Frauen sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, wie aus einer Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey hervorgeht. Viele Programme seien erst seit 2010 eingeführt worden. Daher bleibt Deutschland mit Blick auf den Frauenanteil in den Vorstandsetagen demnach mit 3 Prozent internationales Schlusslicht. Immerhin seien 16 Prozent der neu besetzten Dax-Vorstände im vergangenen Jahr Frauen gewesen. Zentrale Ergebnisse der Studie:

Investitionen: Vier von fünf Unternehmen geben Geld für die Unterstützung von Frauen aus. Entscheidend für den Erfolg ist allerdings nicht das Engagement der Vorstände, sondern vor allem die Bereitwilligkeit der zweiten und dritten Führungsebene. Hier jedoch spielt das Thema Frauenförderung zumeist noch keine Rolle.

Beruf & Familie: In fast alle größeren Unternehmen (98 Prozent) sind die Arbeitszeiten flexibel und es gibt Möglichkeiten, von Zuhause aus zu arbeiten. Doch besteht eine große Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit, denn nur in jedem vierten Unternehmen (28 Prozent) sind die familienfreundlichen Arbeitsbedingungen auch «umfassend umgesetzt». Ähnlich sieht es bei der Kinderbetreuung aus: Die meisten Firmen (89 Prozent) bieten Aufsicht für die Kleinen an - doch wiederum gilt diese Firmenpolitik nur bei wenigen (17 Prozent) als «umfassend umgesetzt».

Führungskräfte: Auf der Karriereleiter gibt es von Stufe zu Stufe weniger Frauen. Etwa 31 Prozent aller Mitarbeiter in den befragten Großunternehmen sind weiblich, auf der Ebene der Abteilungsleiter sind es nur noch 14 Prozent. Zwar gibt es oft interne Frauenquoten, doch nur gut ein Viertel der Unternehmen erfüllt diese selbstgesteckten Ziele.

Vorstände: Nur 3 Prozent der Vorstandsposten sind mit Frauen besetzt. Doch beginnt ein langsamer Wandel: Im vergangenen Jahr waren 16 Prozent der neuen Dax-Vorstände Frauen.

Die Studie der Unternehmensberatung McKinsey in acht europäischen Ländern stützt sich auf die Untersuchungen und Interviews in 235 Unternehmen, davon 53 in Deutschland. 75 Prozent der Unternehmen haben mehr als 10 000 Mitarbeiter und/oder einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro. Alle teilnehmenden Unternehmen führten Ende 2011 Interviews, aber nicht alle füllten die Fragebogen aus oder nahmen an einer Web-basierten Befragung teil.

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