Schwerin (dpa) - Das deutsche Diplom hatte im Ausland einen guten Ruf. Vor allem Ingenieure beklagen seit Einführung der Hochschulabschlüsse Bachelor und Master einen Imageverlust. Jetzt kommt das Diplom in Mecklenburg-Vorpommern wieder. Geplant ist es als Zugabe zum Master.

Darauf haben sich SPD und CDU vor der entscheidenden Sitzung des Bildungsausschusses im Landtag geeinigt, der für das neue Hochschulgesetz aller Voraussicht nach an diesem Donnerstag (25.11.) Grünes Licht geben wird. Dem SPD-Hochschulpolitiker Mathias Brodkorb zufolge ist MV das erste Land, das diese Möglichkeit eröffnet. Vor allem Ingenieure hätten dies gefordert.

Bundesweit wurden die Hochschulabschlüsse in den vergangenen Jahren auf das aus dem angelsächsischen Raum kommende System von Bachelor und Master umgestellt. Nicht alle sind damit glücklich: So bietet die Universität Greifswald bis heute ein Studium zum Diplom-Kaufmann an und begründet dies mit der Nachfrage bei Studenten wie der Wirtschaft. Im Sommer 2010 kündigten die neun führenden Technischen Hochschulen in Deutschland die Rückkehr zum Diplom in den Ingenieurfächern an, die TU Dresden bietet seit diesem Wintersemester wieder einen Diplomstudiengang Informatik an.

Die EU-weiten Vorgaben aus den sogenannten Bologna-Beschlüssen zum Hochschulstudium würden in Mecklenburg-Vorpommern weiter beachtet, versicherten Brodkorb und sein CDU-Kollege André Specht. Das sei wichtig, um die Mobilität der Studenten aus Mecklenburg-Vorpommern in Deutschland und Europa nicht zu gefährden.

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