Berlin (dpa/tmn) - Bachelorstudenten haben deutlich seltener einen Auslandsaufenthalt absolviert als ihre Kommilitonen in den alten Studienmodellen. Das ergibt sich aus einer in Berlin vorgestellten Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS).

Das HIS hat Daten des Deutschen Studentenwerks (DSW) aus dem Sommer 2009 ausgewertet. Damals hatte mehr als jeder Fünfte (22,7 Prozent) im Diplom- oder Magisterstudium und rund jeder sechste Anwärter auf ein Staatsexamen (17,9) bereits im Ausland studiert oder dort etwa ein Praktikum oder einen Sprachkurs gemacht. Bei den Bachelorstudenten galt das nur für rund jeden Vierzehnten (7,4).

Selbst in höheren Semestern ist der Anteil der Studenten mit Auslandserfahrung im Diplom oder Magister doppelt so hoch wie im Bachelor (32 zu 16). Allerdings plant ein großer Teil der Bachelorstudenten, noch ins Ausland zu gehen. Werden die fest geplanten und bereits vorbereiteten Auslandsaufenthalte mitgerechnet, verkleinert sich der Unterschied zwischen den beiden Gruppen auf 7 Prozentpunkte (36 zu 29).

Insgesamt hatten 15,2 Prozent der Hochschüler im Sommersemester 2009 einen studienbezogenen Auslandsaufenthalt hinter sich. Damit ist die Quote in jüngster Zeit gesunken - sie lag 2003 noch um einen Prozentpunkt höher (16,2).

An Universitäten lag der Anteil 2009 dabei höher als an Fachhochschulen (17,3 zu 10,5). Dieser Abstand hat sich zudem vergrößert: So ist die Quote der Studenten mit Auslandserfahrung an Fachhochschulen in der Vergangenheit um fast zwei Prozentpunkte zurückgegangen - sie lag 2003 noch bei 12,4 Prozent. An den Unis betrug der Wert damals 17,7 Prozent.

Ein Rückgang der Mobilitätsquote ergibt sich aber nur, wenn alle Arten eines Auslandsaufenthalts eingerechnet werden. Betrachtet man allein das Studium jenseits der deutschen Grenzen, ist der Wert zwischen 2003 und 2009 sogar um 1 Prozentpunkt gestiegen - von 7,0 auf 8,0 Prozent.

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