Beim energieeffizienten Bauen geht es um eine möglichst gute Wärmeisolierung und einen geringen Energieverbrauch. Dieses Konzept ist in Deutschland durch relativ genaue Vorschriften definiert. Für den Hausneubau gilt seit 2002 die Energieeinsparverordnung, die mit jeder Neufassung verschärfte Regeln mitbringt.

Diese Verordnung legt den maximalen Energiebedarf von Neubauten fest. Mit der letzten Überarbeitung aus dem Jahr 2014 wurde der Energieausweis Pflicht. Dieser ist eine Art "Energie-Zeugnis" für das Gebäude und beinhaltet allgemeine Baudaten sowie Kennziffern des durchschnittlichen Energiebedarfes beziehungsweise -verbrauches. In der Realität werden die energetischen Vorschriften für Neubauten aber oft nicht umgesetzt, oder den Mietern werden detaillierte Angaben zur Energieeffizienz des Gebäudes verschwiegen.

"Nachdem Deutschland mit mehrjähriger Verspätung und erst nach Klagedrohung aus Brüssel den Energieausweis für Immobilien eingeführt hat, spiegelt dessen mangelhafte Umsetzung das Desinteresse dieser Bundesregierung an einem wirksamen Klimaschutz wider", so Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH). "Bund und Länder müssen dringend klären, wie sie durch wirksame Kontrollen sicherstellen, dass den Immobilienkunden vor dem Kauf bzw. der Miete die Informationen zum Energieverbrauch vorliegen."

Häuser, die noch weniger verbrauchen als die Energieeinsparverordnung vorschreibt, nennt man Effizienzhäuser. Solche Häuser haben Anspruch auf eine Förderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Diese staatliche Förderbank hilft nicht nur bei der Finanzierung von Neubauten, sondern auch bei der energieeffizienten Sanierung älterer Häuser, und wird als Zuschuss oder Kredit mit günstigen Zinsen angeboten. Eine solche Förderung kann man bequem bei seiner regionalen Bank beantragen, zum Beispiel bei der Nassauischen Sparkasse. Einen ersten Überblick über Sanierungsmaßnahmen, Kosten und Förderung bietet der Sanierungskonfigurator der Homepage des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Energiebewusstes Heizen

Besonders bei Altbauten sind erhebliche Verbesserungen bei der Isolation möglich. "Fast 40 Prozent des Energieverbrauchs gehen auf das Konto der rund 20 Millionen deutschen Gebäude. Es kann nicht sein, dass für Neubauten immer strenge Vorschriften gelten für mehr Energieeffizienz, die Sanierung von Altbauten aber vernachlässigt wird.", sagt BDI-Präsident Dieter Kempf.

Dabei gibt es oft Modernisierungsbedarf, etwa beim Heizsystem. Lohnt es sich, die Heizanlage komplett auszutauschen? Möchte man in Zukunft im Hinblick auf Ressourcenschonung und Klimaschutz stärker auf erneuerbare Energien setzen? Solarzellen lassen sich mittlerweile nicht mehr nur auf dem Dach, sondern auch auf dem Balkon installieren. Neben der Solarenergie gibt es die Möglichkeit, eine Wärmepumpe oder eine Biomasseanlage anzuschaffen. Sogenannte Passivhäuser kommen komplett ohne herkömmliche Heizungsanlage aus und funktionieren mittels eines Wärmetauschers und einer Lüftungsanlage, die mit dem Prinzip der Wärmerückgewinnung arbeiten und infolgedessen Wärmeverluste drastisch reduzieren.

Eine Sanierung mit Blick auf die energetische Effizienz Ihres Hauses kann nicht nur die Energiekosten senken, sondern auch den Wohnkomfort sowie den Immobilienwert steigern. Das bietet Vorteile für Hauseigentümer, aber Nachteile für Mieter, denn Modernisierungskosten können mit bis zu elf Prozent auf die Miete aufgeschlagen werden. Daher fordert die DHU im Verbund mit anderen Organisationen, eine solche Mieterhöhung künftig an niedrigere Prozentsätze zu binden.


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