80 Prozent aller Frauen tragen die falsche BH-Größe, und das, obwohl das gute Stück in diesem Jahr bereits seinen 100. Geburtstag feiert. 1914 hatte die Amerikanerin Mary Phelps Jacob ihre Idee für einen bequemen Büstenhalter zum Patent angemeldet. Sie war es leid, schwere Korsetts zu tragen. Deren stützende Walknochen schränkten die Frauen in ihrer Bewegungsfreiheit ein und zeichneten sich unschön unter den Kleidern ab. Mary Phelps Jacob war so genervt, dass sie kurzerhand den unteren Teil ihres Korsetts entfernte und an den verbliebenen Teil Träger nähte. Vier Jahre später meldete sie ihre Idee zum Patent an, verkaufte dieses aber später für 1.500 Dollar.

Im Zuge des Ersten Weltkrieges ließ sich dann ein guter Grund, vielleicht auch eine gute Ausrede, finden, um den BH salonfähig zu machen: Offiziell wurden Frauen ermuntert, das neumodische Kleidungsstück zu tragen, um knappe Ressourcen zu sparen. Die Frauen halfen gern und freuten sich über ihre neugewonnene textile Freiheit.

Bis heute aber ist diese Freiheit nicht so gut wie sie sein könnte. Viele Frauen tragen immer noch die falsche BH-Größe. Die meisten greifen zum deutschen Durchschnitts-BH in Größe 75B ohne darauf zu achten, ob dieser wirklich passt. Dabei ist es eigentlich sehr einfach: Sogar viele Online-Shops für hochwertige Unterwäsche helfen dabei, die richtigen Maße zu finden. So braucht man etwa auf den Seiten von Enamora lediglich Unter- und Oberbrustumfang einzugeben und schon erhält man Informationen über die passende Größe.

Der Unterbrustumfang wird hierbei direkt unterhalb der Brust gemessen, dass Unterbrustband inklusive Mittelteil sollte gut anliegen, aber nicht quetschen. Der Oberbrustumfang wird derweil an der breitesten Stelle gemessen. Anhand von Tabellen ergibt sich aus dem Verhältnis von beiden Längen die passende BH-Größe. Hierbei sei noch zu beachten, dass nicht der Buchstabe in der Größenbezeichnung allein die Körbchengröße bezeichnet, stattdessen ist diese immer im Verhältnis zum Unterbrustumfang zu sehen. Somit ist das Körbchen einer 75D eher so groß wie eine 80C als eine 80D.

Bei einem gut sitzenden BH sollten 80 Prozent des Gewichts der Brust auf dem Unterbrustgurt liegen und so die Schultern entlasten und Rücken- sowie Schulterschmerzen vorbeugen. Bei vielen Frauen führen die BH-Träger zu massivem Einschneiden an den Schultern. Neben einem guten Sitz wird dies vor allem durch breitere Träger vermieden. Um den passenden Sitz zu gewährleisten, sollten auch online bestellte BHs anprobiert und notfalls lieber wieder zurückgesendet werden. Jede Brust ist anders und so ist auch die passende Größe kein Garant dafür, dass das jeweilige Modell gut sitzt.

Beim Anprobieren sollte Frau am besten zunächst den Unterbrustgurt schließen, bestenfalls auf einem der mittleren Häkchen, damit kleinere Gewichtsschwankungen im Laufe der Zeit noch ausgeglichen werden können. Dann beugt Frau sich vornüber und lässt ihre Brüste in die Körbchen gleiten. Beim Aufrichten liegen diese nun natürlich im BH. Quillt die Brust aus dem Körbchen heraus, sowohl oben als auch seitlich an der Achsel, ist die gewählte Körbchengröße zu klein.