Raus aus der Schule, jetzt fängt für Azubis das Berufsleben an. Mit den richtigen Versicherungen sind sie auch für den Notfall gewappnet.

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In der Ausbildung kann schnell auch mal etwas passieren. Azubis sollten daher auf einige wichtige Versicherungen nicht verzichten.

In der Ausbildung kann schnell auch mal etwas passieren. Azubis sollten daher auf einige wichtige Versicherungen nicht verzichten.

In der Ausbildung kann schnell auch mal etwas passieren. Azubis sollten daher auf einige wichtige Versicherungen nicht verzichten.

Der Beginn der Ausbildung markiert einen neuen Lebensabschnitt. Aber nicht immer läuft alles glatt. Ein Unfall etwa oder eine schwere Krankheit - und schon können Azubis gezwungen sein, für längere Zeit im Berufsleben zu pausieren. Damit sie in solchen Situationen finanziell nicht in Bedrängnis geraten, sollten sie rechtzeitig Versicherungen abschließen. Welche Policen Azubis brauchen - und welche nicht:

Kranken- und Pflegeversicherung: Junge Leute müssen mitAusbildungsbeginn Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden. Sie können sich die Krankenkasse selbst aussuchen. „Wenn sie dem Arbeitgeber jedoch bis kurz vor Ausbildungsbeginnkeinen Versicherungsnachweis einer gesetzlichen Krankenkasse vorlegen, bestimmt dieser die gesetzliche Kasse“, sagt Claudia Frenz vom Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg. In der privaten Krankenversicherung kann ein Azubi in aller Regel nicht Mitglied werden. „Dies wäre nur möglich, wenn er oberhalb der Pflichtversicherungsgrenze von derzeit 57 600 Euro pro Jahr verdienen würde - bei Azubis kaum vorstellbar“, erklärt Elke Weidenbach von derVerbraucherzentrale NRW in Düsseldorf.

Private Haftpflichtversicherung: Wer anderen einen Schaden zufügt, muss dafür geradestehen - gegebenenfalls mit seinem gesamten Vermögen. Das kann einen schnell in den finanziellen Ruin treiben. Damit das nicht eintritt, sollte jeder eine private Haftpflichtversicherung haben. Die Versicherungssumme sollte mindestens fünf Millionen Euro betragen. Vor dem Abschluss einer solchen Police können Azubis zunächst prüfen, ob sie bei den Eltern mitversichert sind. „Das setzt voraus, dass der Azubi nicht verheiratet ist und die Eltern logischerweise über eine Privathaftpflicht verfügen“, sagt Mathias Zunk vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin.

Berufsunfähigkeitsversicherung (BU): Durch einen Unfall oder durch Krankheit können auch junge Leute für eine längere Zeit nicht mehr in der Lage sein, arbeiten zu gehen. Daher ist eine private Absicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit wichtig. „Auszubildende können sich nicht darauf verlassen, im Falle einer Berufsunfähigkeit vom Staat ausreichend finanzielle Unterstützung zu bekommen“, betont Zunk. Die BU zahlt eine monatliche Rente, wenn der Versicherte aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht arbeiten kann. Die Summe sollte so bemessen sein, dass der Lebensstandard problemlos finanziert werden kann. Der Vertrag läuft in der Regel bis zum Rentenbeginn. „Auch wenn die Azubi-Vergütung eher knapp ist, sollte die private BU so früh wie möglich abgeschlossen werden“, rät Frenz. Denn der zu zahlende Betrag wird mit zunehmendem Einstiegsalter teurer – schließlich steigt das Risiko der Berufsunfähigkeit mit dem Alter. Beim Abschluss der BU sollten Azubis darauf achten, dass eine Nachversicherungsgarantie vereinbart wird, rät Weidenbach. Steigt das Einkommen nach Abschluss der Lehre, dann bietet es sich an, den BU-Schutz aufzustocken. Diese Anpassung kann ohne eine erneute Gesundheitsprüfung erfolgen - wenn eine Nachversicherungsgarantie von vornherein vertraglich festgelegt wurde.

Hausratversicherung: Wer als Azubi noch bei den Eltern wohnt, benötigt keine eigene Hausratversicherung. Das sieht anders aus, wenn der Azubi von zu Hause auszieht und einen eigenen Haushalt hat. Um dann bei Einbruchdiebstahl, Sturm oder Feuer abgesichert zu sein, sollte eine Hausratversicherung abgeschlossen werden.

Unfallversicherung: „Erst wenn eine BU und eine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen sind, kann man über eine Unfallversicherung nachdenken“, sagt Frenz. Die Unfallversicherung ist keine Absicherung des Lebensunterhalts wie die BU. Die Police stellt im Falle eines Unfalls Kapital für Therapien, Haushaltshilfe, Umbaumaßnahmen am Haus oder am Auto zur Verfügung. Versicherungsschutz besteht weltweit und rund um die Uhr. „Hat ein Azubi einen Arbeitsunfall, springt grundsätzlich die Berufsgenossenschaft als gesetzliche Unfallversicherung ein“, sagt Zunk.

Verzichtbar: Angesichts ihres meist schmalen Verdienstes können Azubis auf Versicherungen verzichten, die nicht die existenziellen Risiken abdecken. Weidenbach nennt als Beispiele Handy- oder Gerätereparaturversicherungen. Sie sind teuer und sehen oft viele Ausschlüsse im Schadensfall vor. Verzichtbar sind für Azubis auch die meisten Krankenzusatzversicherungen, etwa Private Zahnzusatzversicherungen. „Bei den meisten Zahnzusatztarifen bleibt unterm Strich stets eine Restzahlung übrig“, so Frenz. Das rechnet sich für Azubis nicht.
 

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