Ein Riss im Brautkleid oder ein vergessener Gast in der Sitzordnung: Für solche Notfälle wünschen sich viele Paare einen Hochzeitsplaner.

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Für den schönsten Tag im Leben holen sich immer mehr Paare professionelle Unterstützung.

Für den schönsten Tag im Leben holen sich immer mehr Paare professionelle Unterstützung.

fotobyjuliet/stock.adobe.com

Für den schönsten Tag im Leben holen sich immer mehr Paare professionelle Unterstützung.

Es war am Abend vor der Hochzeit, als doch noch etwas schiefzugehen drohte: Das weiße Zelt, gedacht für das Buffet, wurde vom Wind gepackt und hob ab. Das war der einzige Moment, in dem Jutta Handrup Zweifel kamen, ob alles klappen würde. Monatelang hatte sie mit der Hilfe von Freunden und Verwandten ihre Hochzeit vorbereitet. Die Location gestaltet, die Dekoration entworfen, Kuchen gebacken und Einladungen verschickt. Sie hat alles selbst gemacht – manche Paare wünschen sich aber auch einen Profi an ihrer Seite.

„Wer sich für einen Hochzeitsplaner entscheidet, kann die komplette Organisation abgeben“, sagt Bettina Funke-Redlich, Sprecherin beim Bund deutscher Hochzeitsplaner. Die Paare können auch einzelne Leistungen buchen, etwa wenn sie Beratung bei der Location brauchen oder Musiker suchen.

„Ein Hochzeitsplaner ist für Paare empfehlenswert, die viel Wert auf eine perfekte Organisation ihrer Feier legen“, sagt die Expertin. Und für Paare, die außerhalb von Hotels oder Restaurants feiern. „Paare, die sich eine Location buchen, in der alles organisiert werden muss vom Caterer über die Möbel und die gesamte Infrastruktur.“

Wer selbst planen will, sollte ein Jahr Vorbereitungszeit einplanen

Alexandra Dionisio ist selbst Hochzeitsplanerin und hat ein Buch geschrieben, in dem sie Paaren Tipps gibt. „Jeder kann seine eigene Hochzeit organisieren“, sagt sie. „Viele Paare haben unglaublich viel Spaß daran, dieses besondere Ereignis gemeinsam zu planen und Schritt für Schritt darauf hinzuarbeiten.“ Wichtig sei, sich genug Zeit zu nehmen – besonders, wenn beide berufstätig sind. Dann empfiehlt Dionisio, rund ein Jahr vorher mit den Planungen zu beginnen.

Ein häufiger Fehler bei der Planung ist das Unterschätzen kleiner Hochzeiten. Auch eine kleine, intime Hochzeit mit wenigen Gästen sei aufwendig, sagt Dionisio.

Ein Hochzeitsplaner kostet rund 3000 Euro

Ganz wichtig ist, dass die Paare miteinander offen über die Hochzeit sprechen. „Wie genau soll er aussehen, der schönste Tag im Leben? Wie hoch soll das Budget sein?“ Manchmal stellen Paare erst im Lauf der Planungen fest, dass ihre Vorstellungen weit voneinander entfernt sind.„Dafür einen Mittelweg zu finden, steht meiner Meinung nach sehr symbolisch für die Kompromisse, die Braut und Bräutigam im Laufe der Ehe auch weiterhin schließen müssen“, sagt die Buchautorin.

Aber manchen Paaren graut es vor der Organisation. Wichtig ist, sich zuerst ein Budget zu setzen und dieses durch exakte Buchhaltung immer im Blick zu behalten. Wer einen Wedding Planner engagiert, muss das natürlich in der Budgetplanung berücksichtigen.„Für einen perfekten Service sollte man ab 3000 Euro rechnen“, sagt Funke-Redlich. Generell komme es aber auf die individuellen Wünsche des Brautpaars an.

Wer sich für professionelle Hilfe entschieden hat, steht vor der nächsten Frage: Wer ist der richtige Hochzeitplaner für uns? Da sollte man auf sein Bauchgefühl hören, rät Autorin Dionisio. „Treffen Sie sich mit mindestens zwei, im Idealfall sogar drei Anbietern und lassen Sie sich deren Portfolio zeigen.“

Die Chemie zum Hochzeitsplaner muss stimmen

Das Paar sollte darauf achten, welche Fragen der Wedding Planner beim ersten Treffen stellt: „Er oder sie sollte versuchen, Sie so gut es geht kennenzulernen.“ Nur wenn die Chemie stimmt, fühlen sich Braut und Bräutigam in guten Händen. Jemand, der dagegen nur von sich, seinen Leistungen und prunkvollen Hochzeiten erzählt, sei vielleicht weniger gut geeignet, Verständnis für das Brautpaar zu entwickeln.
Nach einem ausführlichen Beratungsgespräch schlägt der Planer zuerst eine Location vor. Danach entwickelt er anhand der Wünsche des Paares ein Hochzeitskonzept und ein Angebot im gewünschten Budgetrahmen. „Danach folgen die Detailplanung und viele Beratungsgespräche“, erklärt Funke-Redlich.

Etwa zwei Wochen vor dem großen Tag folgt ein Regiegespräch. Dabei wird der Hochzeitstag mit allen Facetten theoretisch durchgespielt, erläutert die Expertin. Die Trauung ist der erste große Moment – dabei seien die Paare sehr aufgeregt.

Und dabei wird es auch für den Planer ernst: „Er schickt die Gäste in die Kirche, bittet den Bräutigam zum Altar, nimmt die Ringe entgegen und legt sie auf den Altar, ruft das Brautfahrzeug, übergibt den Brautstrauß und richtet die Schleppe.“

Auch später am Tag ist es Aufgabe des Wedding Planners, etliche Abläufe zu koordinieren. Und wenn mal etwas schiefgeht, springt er ein – im besten Fall so, dass die Gäste gar nichts von dem Missgeschick mitbekommen. Klassische Fauxpas: ein zu spät kommender DJ, ein im Hotel liegengebliebener Brautstrauß, ein Riss im Brautkleid oder ein vergessener Gast in der Sitzordnung.