Gesunkene Löhne hätten sogar eine Kürzung der Renten erfordert. Doch die Schutzklausel verhindert das.

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Die deutschen Rentner können in den kommenden Jahren allenfalls mit geringfügigen Erhöhungen ihrer Ruhebezüge rechnen. (Archiv

Die deutschen Rentner können in den kommenden Jahren allenfalls mit geringfügigen Erhöhungen ihrer Ruhebezüge rechnen. (Archiv

dpa

Die deutschen Rentner können in den kommenden Jahren allenfalls mit geringfügigen Erhöhungen ihrer Ruhebezüge rechnen. (Archiv

Berlin. Jetzt steht es fest: Die rund 20Millionen Rentner werden sich in diesem Jahr mit einer Nullrunde abfinden müssen. Die Renten bleiben bis Mitte 2011 auf dem jetzigen Niveau, teilte das Bundesarbeitsministerium gestern mit. Eigentlich hätte es wegen der 2009 krisenbedingt schwachen Lohnentwicklung sogar eine Kürzung der Renten geben müssen - dies habe die neue Renten-Schutzklausel jedoch verhindert.

Nach den Angaben des Ministeriums geht die Rentengarantie nicht zu Lasten der jüngeren Generation und damit der Beitragszahler: Die unterbliebene Rentenminderung soll später mit einer möglichen Rentenerhöhung verrechnet werden.

Wegen der weiterhin problematischen Lohnentwicklung zeichnet sich nach Einschätzung von Experten aber für 2011 bereits die nächste Nullrunde ab. Auch in den Jahren danach sind allenfalls geringe Erhöhungen denkbar.

Ministerium: Rente im Westen müsste um 2,1 Prozent sinken

Die Nullrunde für die Rentner zeichnete sich bereits in den vergangenen Monaten ab, nachdem das Statistische Bundesamt erstmals eine negative Lohnentwicklung ermittelt hatte. Nach den jüngsten Zahlen sanken die Löhne in Westdeutschland um ein knappes Prozent. Im Osten dagegen gab es 2009 noch einen geringfügigen Zuwachs von 0,61 Prozent. Bei Berücksichtigung aller sogenannten Anpassungsfaktoren hätte sich laut Ministerium im Westen eine Verminderung der Renten um 2,1 Prozent ergeben. In Ostdeutschland wäre das Minus mit 0,54Prozent deutlich milder ausgefallen.

"Durch die Schutzklausel bei der Rentenanpassung ist sichergestellt, dass die Anpassungsfaktoren nicht zu einer Minderung der aktuellen Rentenwerte führen", erklärte ein Sprecher des Arbeitsministeriums. In den vergangenen Jahren hätten die Ruheständler bereits "ihren Beitrag zu einer gerechten Verteilung der Altersversorgungsaufwendungen zwischen den Generationen geleistet". Dafür sollten sie die Gewissheit haben, dass ihre Renten nicht gekürzt werden.

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