Auf dem Balkan frieren die Menschen. Doch Russland und die Ukraine streiten darüber, wer zuerst den Vertrag unterschreibt.

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Wann wieder Gas in die Haushalte in Südosteuropa fließt bleibt weiter unklar.

Wann wieder Gas in die Haushalte in Südosteuropa fließt bleibt weiter unklar.

dpa

Wann wieder Gas in die Haushalte in Südosteuropa fließt bleibt weiter unklar.

Moskau. Während die Menschen in weiten Teilen Südosteuropas wegen des russisch-ukrainischen "Gas-Kriegs" weiter frieren, verlieren sich Kiew und Moskau in vertraglichen Spitzfindigkeiten.

Zwar schaffte es der frische EU-Ratspräsident, Tschechiens Regierungschef Mirek Topolanek, bei zähen Gesprächen in Moskau und Kiew Russen und Ukrainern eine Unterschrift unter ein Abkommen über den Einsatz von Gas-Kontrolleuren in beiden Ländern abzuringen.

Doch die dringend nötige Wiederaufnahme der russischen Gaslieferungen durch die Ukraine nach Westen verzögerte sich weiter. Nach Meinung von Beobachtern ziehen die Führungen in Kiew und Moskau zu viel Nutzen aus dem Streit, um an einer schnellen Lösung interessiert zu sein.

Fünf Stunden verhandelte Topolanek allein mit dem russischen Regierungschef Wladimir Putin in dessen Residenz bei Moskau, wo die Atmosphäre so unterkühlt war, dass die Eiszapfen am Tannenbaum in der Zimmerecke einigen Gästen echt schienen.

Warum Russland und nicht die Ukraine das Abkommen über die Beobachtermission zuerst unterzeichnen solle, blaffte der Ex-Geheimdienstchef. Trotzdem bekam Topolanek die Unterschrift der Russen. Noch in der Nacht zu Sonntag unterschrieben die Ukrainer im Beisein von Regierungschefin Julia Timoschenko.

Doch der Streit um "technische Details" ging weiter. Frühestens am Montag, wenn wohl alle Gas-Kontrolleure in Russland und der Ukraine ihre Posten bezogen haben, will Russland den Hahn wieder aufdrehen. Auf jeden Fall sollen die Kontrolleure sicherstellen, dass die Ukraine kein für den Westen bestimmtes Transit-Gas illegal entnimmt.

Moskaus Zeitungen betonten, dass dieser Streit härter als die bisherigen ausgefochten werde. Russland nehme auch kaum Rücksicht auf den zunehmend dramatischen Gas-Notstand etwa auf dem Balkan oder in Bulgarien.

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