Die Regierung untersagt den Anbau der veränderten Sorte Mon810. Grund: Mögliche Gefahren für die Umwelt.

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Deutschland ist nach Österreich, Ungarn, Luxemburg, Griechenland und Frankreich das sechste europäische Land, in dem der Anbau des Genmaises Mon810 verboten ist. Das Bild zeigt Umweltschützer, die auf einem Feld Pflanzenproben nehmen.

Deutschland ist nach Österreich, Ungarn, Luxemburg, Griechenland und Frankreich das sechste europäische Land, in dem der Anbau des Genmaises Mon810 verboten ist. Das Bild zeigt Umweltschützer, die auf einem Feld Pflanzenproben nehmen.

dpa

Deutschland ist nach Österreich, Ungarn, Luxemburg, Griechenland und Frankreich das sechste europäische Land, in dem der Anbau des Genmaises Mon810 verboten ist. Das Bild zeigt Umweltschützer, die auf einem Feld Pflanzenproben nehmen.

Berlin. Deutschland verbietet den Anbau von umstrittenen Genmais. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) untersagte gestern die Aussaat und den Verkauf der gentechnisch veränderten Maissorte Mon810.

Sie ist die bislang einzige hierzulande zugelassene Genpflanze. Aigner betonte, es gebe "berechtigten Grund zu der Annahme", dass der Anbau von Mon810 "eine Gefahr für die Umwelt" darstelle.

Die Genmaissorte des US-Herstellers Monsanto ist seit 1998 in der Europäischen Union für den kommerziellen Anbau zugelassen. In den Mais ist ein Gen gegen den Schädling Maiszünsler - einen Schmetterling - eingebaut. Mit dem Mais bestellte Äcker müssen nicht mit Pestiziden gegen diesen Schädling gespritzt werden.

Aigner fürchtet Risiken auch für andere Tierarten wie beispielsweise bestimmte Marienkäfer und Wasserflöhe. Laut einer Studie sei eine höhere Sterblichkeit der Larven des Zwei-Punkt-Marienkäfers nachgewiesen worden. Zugleich breiteten sich die Pollen des Genmaises weitaus weiträumiger aus, als bislang angenommen.

In Deutschland wurde nur 2006 und 2008 Mon810 angebaut

Aigner machte von einer Schutzklausel Gebrauch, die ein Anbauverbot trotz der EU-weiten Zulassung von Mon810 ermöglicht. Dies hatte ihr Amtsvorgänger Horst Seehofer (CSU) bereits 2007 getan, weshalb Mon810 bislang nur in den Jahren 2006 und 2008 in Deutschland angebaut wurde.

Die EU-Kommission will die deutsche Entscheidung zum Genmais prüfen. Die Behörde kann gegen das Verbot von Mon 810 Widerspruch einlegen.

In der Vergangenheit hatte die Kommission bereits bei anderen Ländern wie Österreich und Ungarn widersprochen, die Mon 810 verbieten wollten. Dies wiesen die Umweltminister der 27 Mitgliedsstaaten jedoch im März zurück.

Für dieses Jahr hatten Bauern den Anbau auf einer Fläche von insgesamt rund 3700 Hektar beantragt. Das entspricht 0,2 Prozent der bundesweiten Mais-Anbauflächen.

Der Hersteller Monsanto erwägt derweil rechtliche Schritte gegen die Entscheidung. Ziel sei, noch in diesem Jahr den Bauern den Anbau zu ermöglichen, die Mon810-Saatgut gekauft hätten, sagte ein Konzernsprecher. Umweltschützer begrüßten das Verbot von Mon810.

Aigner betonte aber, dass das nun erlassene Verbot eine Einzelfallentscheidung sei und "keine Grundsatzentscheidung zum künftigen Umgang mit grüner Gentechnik" darstelle.

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