Am Wochenende startet der Ferienverkehr. Die Polizei überprüft Autos und Fahrer auf den Autobahnen und Raststätten.

Drastische Strafen für Verkehrsrowdys geplant
Um die Zahl der Unglücke in den kommenden Ferienwochen zu drücken, rückt die NRW-Polizei zu Schwerpunkteinsätzen auf den Transitstrecken der Region aus.

Um die Zahl der Unglücke in den kommenden Ferienwochen zu drücken, rückt die NRW-Polizei zu Schwerpunkteinsätzen auf den Transitstrecken der Region aus.

Roland Weihrauch

Um die Zahl der Unglücke in den kommenden Ferienwochen zu drücken, rückt die NRW-Polizei zu Schwerpunkteinsätzen auf den Transitstrecken der Region aus.

Düsseldorf. Am Freitag werden in den Schulen Nordrhein-Westfalens an zwei Millionen Schüler Zeugnisse verteilt. Für viele der Familien geht es am Wochenende dann direkt auf die Autobahnen und in den Urlaub. „Vielen ist nicht bewusst, welchen Gefahren sie sich dabei aussetzen“, erklärte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) gestern beim Auftakt eines Aktionstages in Düsseldorf, mit dem die neue Landesregierung das Risiko Ferienverkehr in den Fokus rücken will. Bei freundlichen Appellen indes belässt sie es nicht: Am Wochenende kontrolliert die Polizei auf Autobahnen und Raststätten in NRW bei einer Schwerpunktaktion den Zustand von Fahrzeugen und deren Fahrern.

Jedes Jahr steigt die Zahl der bei Unfällen Verletzten in den Sommerferienmonaten rapide an, wenn die Menschen sich zahlreich und für weite Strecken auf den Weg machen. So verunglückten im Juli 2017 laut statistischem Bundesamt 38 375 Verkehrsteilnehmer in Deutschland, im Januar zum Vergleich 25 491 – ähnlich das Bild in den Vorjahren (Juli 2016: 38 567 Verunglückte, Januar 2016: 26 221; Juli 2015: 40 735, Januar 2015: 26 231). Welche Schicksalsschläge hinter diesen Daten stecken, zeigt laut Düsseldorfer Polizei ein NRW-Beispiel aus dem Jahr 2010: Auf der Brenner-Autobahn raste ein Geländewagen unter einen auf dem Seitenstreifen geparkten Lastwagen; eine komplette Familie aus der Landeshauptstadt – Vater (51), Mutter (42) und die elfjährige Tochter – kam ums Leben. Unfallursache war laut Tiroler Ermittlern wohl Sekundenschlaf.

Urlaub mit dem eigenen Auto liegt wieder im Trend

Aktuell verschärft sich die Risikolage sogar weiter. Auch weil die Blechlawine anwächst: „Wir haben ein Comeback des Urlaubs mit dem Auto“, sagt Rüdiger Wollramm, Leiter des Verkehrsreferates im NRW-Innenministerium. „Es gibt also eine sehr hohe Verkehrsdichte, die Probleme potenzieren sich.“ Und das gilt laut Siegfried Brockmann, Leiter Unfallforschung der Versicherer (UDV) im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, insbesondere für Baustellen – von denen es aufgrund der guten Finanzlage im Bund reichlich gibt: „Da kommt es schnell zu dramatischen Unfällen.“

Um die Zahl der Unglücke in den kommenden Ferienwochen zu drücken, rückt die NRW-Polizei zu Schwerpunkteinsätzen auf den Transitstrecken der Region aus. Laut Rüdiger Wollramm wird dabei das Verhalten im fließenden Verkehr – etwa der korrekte Fahrstreifenwechsel – überwacht, aber auch die Beladung und Ausrüstung von Fahrzeugen an den Raststätten kontrolliert. Am kommenden Samstag und Sonntag nehmen die Beamten sich auf der A3 die Raststätten Ohligser Heide bei Hilden sowie Hünxe und Siegburg – Wollramm: „Die ist ein Hotspot“ – vor. Schwerpunkte der Groß-Kontrolle werden zudem die A4 bei Frechen und die A2-Raststätten Gütersloh-Süd sowie Lipperland-Süd sein. Weitere Schwerpunktaktionen kündigt das Innenministerium speziell für die Mitte und das Ende der Ferienzeit an.

Hier und Heute

Mit dem landesweiten Aktionstag „Sicher mit dem Auto in den Urlaub und zurück“ weist die NRW-Polizei auf Risiken im Ferienverkehr hin. Weitere Aufklärungsveranstaltungen kündigte Innenminister Herbert Reul gestern beim Auftakt

Großen Wert legt Reul auf das Risiko Ablenkung: Wer bei Tempo 50 eine Sekunde aufs Handy oder Navi schaue, lege etwa 14 Meter im Blindflug zurück.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer