Istanbul/Moskau. Die Türkei kauft Russlands modernstes Raketenabwehrsystem vom Typ S-400 und heizt damit Sorgen in der Nato über eine Orientierung des Bündnispartners Richtung Moskau an. Russische und türkische Offizielle bestätigten die Vertragsunterzeichnung. Türkischen Medienberichten zufolge sollen dafür 2,5 Milliarden Dollar (2,1 Milliarden Euro) fließen.

Nach Angaben von Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) liegen deutsche Rüstungsexporte in das Land wegen des eskalierenden Streits mit Ankara weitgehend auf Eis. Der türkische EU-Minister Ömer Celik konterte, Gabriel schwäche mit dem Aussetzen von Waffenlieferungen den Kampf gegen den Terrorismus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnte unterdessen einen generellen Stopp der Rüstungsexporte in die Türkei ab. Sie verwies darauf, dass es sich bei der Türkei um einen Nato-Bündnispartner handele. Zugleich betonte die Kanzlerin, die Exporte würden ohnehin bereits viel restriktiver gehandhabt. In diesem Jahr hat die Bundesregierung nach eigenen Angaben Rüstungsexporte von mehr als 25 Millionen Euro in die Türkei genehmigt. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres lagen sie bei 69,32 Millionen Euro.

Ein Nato-Vertreter in Brüssel sagte, die Nato sei nicht über Einzelheiten eines S-400-Kaufs informiert worden. Zwar obliege es jedem Bündnispartner, selber zu entscheiden, welche Systeme er kaufe. Von Bedeutung sei aber, dass die Systeme zusammenarbeiteten – kein einziger Nato-Staat setze das russische S-400-Abwehrsystem ein. dpa

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