Mahmud Ahmadinedschads Kalkül geht wieder einmal auf. Um von seinen großen innenpolitischen Problemen abzulenken, provoziert der iranische Präsident den Westen mit der angeblich erfolgreichen Urananreicherung. Bewiesen ist - wie immer - nichts, aber Erfolg hat er mit dieser Methode trotzdem: Die Schlagzeilen des Tages gehören der Atomgeschichte, die schweren Ausschreitungen am Rande der Feierlichkeiten zum 31. Jahrestag der Revolution sind nicht mehr als eine Fußnote.

Doch das Vorgehen zeigt auch, dass das Mullah-Regime in der eigenen Bevölkerung immer mehr den Rückhalt verliert. Aus den spontanen Protesten gegen die manipulierten Wahlen ist eine gut koordinierte Bewegung geworden. Deshalb wandelt der Westen bei der Frage nach verschärften Sanktionen auf einem schmalen Grat. Denn Sanktionen wirken nur, wenn sie wehtun und damit auch die Bevölkerung treffen. Das weiß auch Ahmadinedschad - und spielt weiter Katz’ und Maus mit der Welt.

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