Die Union im Bundestag will die Regelung verschärfen. Das Parlament soll ohne Fraktionszwang entscheiden.

Tabuthema

Tim Brakemeier

Düsseldorf. Mehr als zwei Drittel der Deutschen sind nach einer aktuellen Forsa-Umfrage für Sterbehilfe. Bei einer schweren Erkrankung wünschen sich 70 Prozent der Befragten, etwa auf ärztliche Hilfe bei der Selbsttötung zurückzugreifen zu können, wie die Krankenkasse DAK am Donnerstag mitteilte. Die Zahl steigt mit dem Bildungsniveau. 22 Prozent lehnen Sterbehilfe für sich hingegen ab.

Beinahe 60 Prozent fühlen sich unzureichend informiert

In der Umfrage wurde nach der in Deutschland verbotenen aktiven Sterbehilfe gefragt. Das bedeutet die Tötung auf Verlangen: Also etwa die Verabreichung eines tödlichen Medikaments durch Ärzte oder Personal aus Pflegeeinrichtungen.

Tatsächlich gaben aber 57 Prozent der Befragten an, wenig oder gar nicht gut über das Thema informiert zu sein. Eine Mehrheit (79 Prozent) begrüßt allerdings, dass sich der Bundestag des Themas annimmt.

In Deutschland wird schon lange über eine gesetzliche Regelung der Sterbehilfe debattiert. Über ein Verbot gewerbsmäßiger Sterbehilfe wird der Bundestag wohl ohne Fraktionszwang entscheiden. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU/Foto: dpa) hat sich für eine Bestrafung jeglicher geschäftsmäßiger Hilfe zur Selbsttötung ausgesprochen. Auch der designierte CDU-Generalsekretär Peter Tauber will aktiver Sterbehilfe „einen Riegel vorschieben“.

Würden Grundrechte durch ein strengeres Gesetz verletzt?

Sterbehelfer Peter Puppe aus Bremen kritisiert das: „Die CDU will das Leiden der Menschen verlängern.“ Er glaube, dass durch ein strenges Gesetz Würde und Selbstbestimmung des Menschen eingeschränkt würden. Auch FDP-Politiker Wolfgang Kubicki sagt: „Es ist für mich von zentraler Bedeutung, dass Menschen das Recht haben, ihrem Leben unter Umständen selbstbestimmt ein Ende zu setzen.“

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