Bei seinem Besuch einer Luftwaffenbasis in Tampa hat US-Präsident Donald Trump erneut die Berichterstattung der Medien ins Visier genommen.
Bei seinem Besuch einer Luftwaffenbasis in Tampa hat US-Präsident Donald Trump erneut die Berichterstattung der Medien ins Visier genommen.

Bei seinem Besuch einer Luftwaffenbasis in Tampa hat US-Präsident Donald Trump erneut die Berichterstattung der Medien ins Visier genommen.

Chris O'Meara

Bei seinem Besuch einer Luftwaffenbasis in Tampa hat US-Präsident Donald Trump erneut die Berichterstattung der Medien ins Visier genommen.

Tampa/Washington. Das Weiße Haus hat eine Liste von 78 Terroranschlägen veröffentlicht, über die Journalisten nicht genug berichtet hätten - darunter Attentate mit vielen Toten wie die von Paris, Nizza oder Berlin. Mit der Auflistung wollte die US-Regierung in der Nacht zu Dienstag einen entsprechenden Vorwurf des Präsidenten Donald Trump an die Medien untermauern. «Es ist ein Punkt erreicht, an dem gar nicht mehr darüber berichtet wird», hatte er zuvor in einer Rede vor Vertretern des US-Militärs in Tampa (Florida) gesagt. «Und in vielen Fällen will die sehr, sehr verlogene Presse gar nicht darüber berichten.»

Trump wollte mit der Aussage seine Position im Rechtsstreit um sein Einreiseverbot für Bürger aus sieben vordringlich islamisch Ländern stärken. Zur Bekräftigung brachte das Weiße Haus die Liste mit Anschlägen in verschiedenen Ländern zwischen September 2014 und Dezember 2016 heraus.

Nach Angaben des Trump-Sprechers Sean Spicer wurde über sie nicht ausreichend berichtet. Die «Washington Post» veröffentlichte das Papier, auf dem weltweit beachtete Anschläge in Orlando, Brüssel und Istanbul stehen, sowie auch der Messerangriff der 16-jährigen Safia S. auf einen Polizisten in Hannover und die Attentate von Würzburg und Ansbach im vergangenen Jahr. Auf der Liste fehlen allerdings große Anschläge ohne westliche Opfer, wie etwa ein Selbstmordattentat mit einem Laster in Bagdad, bei dem im vergangenen November mehr als 70 Menschen ums Leben kamen.

Auch Gewalt durch Rechtsradikale, etwa der Amoklauf eines Weißen mit neun Toten in einer von Afroamerikanern besuchten Kirche im US-Staat South Carolina im Juni 2015, kommt darin nicht vor.

Bademantel oder nicht Bademantel - das ist hier die Frage

Der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, will einen neuen schlagenden Beweis für die Lügengeschichten der Medien über Präsident Donald Trump gefunden haben: Einen - oder besser - keinen Bademantel. Vor Journalisten verriss Spicer am Montag einen Artikel der "New York Times" über die ersten Tage des Präsidenten im Weißen Haus als realitätsfern - vor allem, weil Trump nicht, wie beschrieben, einen Bademantel trage. In einem Artikel mit dem Titel "Trump und sein Team überdenken nach holperigem Beginn ihre Strategie" hatte die "New York Times" über die ersten beiden Wochen des neuen Präsidenten berichtet und dabei politische Analysen mit einer Beschreibung des Alltags im Weißen Haus vermengt.

Unter anderem schreibt das Blatt, dass sich Trump meist gegen 18.30 Uhr in seine Privatgemächer zurückzieht - ohne Familie, da seine Frau Melania und ihr gemeinsamer Sohn Barron in New York geblieben seien. "Wenn er nicht im Bademantel fernsieht oder mit alten Wahlkampfhelfern telefoniert, bricht er manchmal zur Erkundung ungewohnter Ecken in seinem neuen Heim auf", heißt es in dem Artikel.

Spicer zeigte sich am Montag erbost über den Artikel: "Diese Geschichte war so voller Ungenauigkeiten und Lügen, dass sie sich beim Präsidenten für sie entschuldigen müssten", sagte er Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine auf dem Rückweg aus Florida. Als Beweis für die "eklatanten Fehler bei den Fakten" führte Trumps Sprecher an, "ich glaube nicht, dass der Präsident einen Bademantel besitzt; ganz bestimmt trägt er keinen". Dies zeige, dass der Artikel das Geschehen im Weißen Haus nicht korrekt wiedergebe. dpa/AFP

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