In NRW wurden bereits 8000 Legehennen getötet. Auch weitere Bundesländer sind betroffen.

HühnerEier
Ein Forscher schlägt ein Ei auf, um den Dioxin-Gehalt zu testen.

Ein Forscher schlägt ein Ei auf, um den Dioxin-Gehalt zu testen.

dpa

Ein Forscher schlägt ein Ei auf, um den Dioxin-Gehalt zu testen.

Hannover/Düsseldorf. Der Dioxin-Alarm in der Landwirtschaft schreckt Bauern, Verbraucher und Behörden auf. Das gefährliche Gift ist in Viehfutter enthalten, das an hunderte Höfe in mehreren Bundesländern verkauft wurde. Nach einer Telefonkonferenz der Ministerien mehrerer Bundesländer sperrte Niedersachsen vorsichtshalber 1000 Legehennen-, Schweine- und Putenzuchtbetriebe.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung sah zunächst keine Gefahr für Verbraucher. Der nordrhein-westfälische Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne) warnte jedoch: „Mittel- und langfristig sind gesundheitliche Schädigungen durch den Verzehr dioxinbelasteter Lebensmittel nicht auszuschließen.“

Dioxinbelastete Eier sollen auch in den Handel gelangt sein

In NRW wurden 8000 Legehennen getötet, die mit Dioxin verseuchtes Futter gefressen hatten. Die Tiere einer Hühnerfarm im Kreis Soest sollten nach Auskunft des Kreisveterinärs Wilfried Hopp verbrannt werden. Er rechnet damit, dass 120 000 dioxinbelastete Eier des Betriebes in den Verkauf gelangt sind. Die Hühnerfarm mit 80 000 Legehennen war am 23. Dezember gesperrt worden. Bei einem Teil der Eier wurden vierfach überhöhte Dioxinwerte gemessen.

Insgesamt 14 Betriebe in Nordrhein-Westfalen durften weiter weder Eier noch Fleisch ausliefern, weil sie belastetes Futter verwendet haben sollen.

Dioxin soll von einer Firma in Niedersachsen stammen

Offenbar stammt das Dioxin von einem Biodiesel-Hersteller. Der Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch in Uetersen in Schleswig-Holstein erklärte, er habe von der Firma im niedersächsischen Emden belastete Fettsäure bezogen, die anschließend zu etlichen Tonnen Futtermittel verarbeitet worden sei.

Dioxine sind chemisch ähnlich aufgebaute Verbindungen, die aber unterschiedlich giftig sind. Bereits geringe Konzentrationen können schädlich sein.

Als Langzeitwirkungen wurden etwa Störungen des Immunsystems, schwere Erkrankungen der Haut, der Atemwege, der Schilddrüse und des Verdauungstraktes festgestellt.

Nach Informationen der „WAZ“ wurden nicht nur einzelne Höfe, sondern auch drei Mischfutter-Hersteller aus NRW mit den gepanschten Produkten beliefert. Ein Sprecher des NRW-Verbraucherschutzministeriums wollte das weder bestätigen noch dementieren. „Wir gehen aber davon aus, dass sich die Zahl der betroffenen Betriebe noch erhöhen wird.“

Die Bauern fürchten nun um ihre Existenz. Der Bauernverband fordert, die Verantwortlichen in Haftung zu nehmen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer