Dioxin
Nach den Eiern gerät jetzt auch Fleisch in die Diskussion. (Symbolbild)

Nach den Eiern gerät jetzt auch Fleisch in die Diskussion. (Symbolbild)

dpa

Nach den Eiern gerät jetzt auch Fleisch in die Diskussion. (Symbolbild)

Itzehoe/Düsseldorf (dpa). Nach der Lieferung dioxinbelasteter Futterfette hat die Staatsanwaltschaft Itzehoe Ermittlungen aufgenommen. «Wir prüfen, ob eine Straftat vorliegt», sagte Oberstaatsanwalt Ralph Döpper am Montag der dpa. Dabei gehe es um Verstöße gegen lebensmittelrechtliche Vorschriften.

Mehrere Bundesländer wollten am Nachmittag bei einer Telefon-Schaltkonferenz einen Überblick über das Ausmaß dioxinbelasteter Futtermittel in Deutschland gewinnen. Nach bisherigen Erkenntnissen könnten neben landwirtschaftlichen Betrieben in Nordrhein-Westfalen auch Futtermittelhersteller in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Hamburg sowie eine schleswig-holsteinische Futtermittelfirma betroffen sein.

In der vergangenen Woche war auch in zwei nordrhein-westfälischen Betrieben Dioxin in Eiern und Hühnerfleisch gefunden worden. Einige Eierproben waren gemessen am EU-Grenzwert mehr als doppelt so stark mit Dioxin belastet wie erlaubt. Insgesamt 14 Betriebe in Nordrhein- Westfalen und 20 in Niedersachsen dürfen weder Eier noch Fleisch ausliefern, weil sie verseuchtes Futter verwendet haben sollen.

Das niedersächsische Agrarministerium rechnet mit einer größeren Dimension der Gift-Belastung auf landwirtschaftlichen Betrieben. «Es können noch mehr Betriebe werden», sagte der Sprecher des Ministeriums, Gert Hahne, in Hannover. Auch aus dem Düsseldorfer Verbraucherschutzministerium wurden am Montag neue Details erwartet.

Unterdessen führt bei der Ursachensuche eine Spur in die Niederlande. Ein holländischer Händler soll dem schleswig-holsteinischen Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch dioxinbelastete Fettsäure geliefert haben. Das berichtete der Geschäftsführer des Unternehmens, Siegfried Sievert, am Montag der Nachrichten-Agentur dpa in Kiel.

Die von dem holländischen Händler verkaufte Ware stamme von einer Biodiesel-Anlage der Petrotec AG im niedersächsischen Emden, sagte Sievert. Am Sonntag seien Mitarbeiter des schleswig- holsteinischen Umweltministeriums, der Futtermittelkontrolle und des Landeslabors im Unternehmen in Uetersen (Kreis Pinneberg) gewesen. Gemeinsam habe man die Herkunft der dioxinbelasteten Partie Mischfettsäure geklärt.

Bei der Herstellung von Biodiesel aus Palm-, Soja- und Rapsöl entstehe eine pflanzliche Mischfettsäure, erläuterte Sievert. Solche Mischfettsäure habe Harles & Jentzsch gelegentlich erworben. Woher das bei einer Routinekontrolle in einer Partie festgestellte Dioxin stamme, sei ihm unerklärlich. Im üblichen Produktionsprozess entstehe Dioxin nicht.

Petrotec ist ein großer Hersteller von Biodiesel aus Altspeisefetten. Die Anlage in Emden wurde im Jahre 2008 in Betrieb genommen. Die Petrotec AG hat ihren Sitz im westfälischen Borken.

Harles und Jentzsch liefert laut Sievert zurzeit nur mit Zertifikaten ausgewiesene Futtermittel aus, «die unser Tanklager nicht berühren». Ob weitere Partien dioxinbelastet seien, sei noch offen.

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