Minister Remmel beruhigt: Keine belasteten Produkte im Handel. Neue Vorwürfe gegen Harles und Jentzsch.

Düsseldorf/Berlin. Die Quelle für das Dioxin im Tierfutter scheint drei Wochen nach Bekanntwerden des Skandals gefunden. „Mit einer hohen Wahrscheinlichkeit stammt das Dioxin aus Vorstoffen, die zur Biodieselproduktion dienen“, sagte Nordrhein-Westfalens Agrarminister Johannes Remmel (Grüne) gestern auf der Grünen Woche in Berlin. Dabei würden Altfette wie Frittierfett gereinigt und destilliert. Remmel bezog sich auf neue Ergebnisse des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts in Münster.

Futtermittelhersteller wollen ihr Kontrollsystem verbessern

NRW gab gestern die letzten gut 40 gesperrten Bauernhöfe wieder frei. Insgesamt hatten die Behörden nach dem Fund von Dioxin im Futtermittel 270 Höfe gesperrt. „Wir haben keine Erkenntnisse über Produkte, die belastet in den Handel gegangen sind“, sagte Remmel. Demnach wurden in NRW bei Eiern drei dioxinbelastete Proben entdeckt sowie eine bei Legehennenfleisch. Schweinefleisch war nicht betroffen.

Die Futtermittelhersteller wollen ihr Kontrollsystem verbessern. „Ein Entwurf ist in Arbeit für einen erweiterten Prüfplan für Futterfette“, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Verbandes Tiernahrung, Bernhard Krüsken. Die Mindesthäufigkeit der Kontrollen sei nicht hoch genug. Der Verband distanzierte sich vom Futtermittelhersteller Harles und Jentzsch, der wegen der Vermischung von Futter- und Industriefett als Auslöser des Skandals gilt.

Nach einem Bericht der „Berliner Zeitung“ hat Harles und Jentzsch offenbar regelmäßig und in viel größerem Ausmaß Tiernahrung mit Dioxin verunreinigt als bisher bekannt. In 60 Prozent der untersuchten Futtermischungen sei zu viel Dioxin gefunden worden. Das Bundesagrarministerium und das niedersächsische Ressort haben eigenen Angaben zufolge keine Erkenntnisse über eine Ausweitung des Skandals. dpa/Red

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