Die Armee besetzt Flughafen in Tunis. Präsident Ben Ali tritt zurück und flieht.

Unruhen
„Ich habe einen Traum – Freiheit für Tunesien“ steht auf einem Plakat von Demonstranten in Tunis. (dpa)

„Ich habe einen Traum – Freiheit für Tunesien“ steht auf einem Plakat von Demonstranten in Tunis. (dpa)

„Ich habe einen Traum – Freiheit für Tunesien“ steht auf einem Plakat von Demonstranten in Tunis. (dpa)

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„Ich habe einen Traum – Freiheit für Tunesien“ steht auf einem Plakat von Demonstranten in Tunis. (dpa)

Tunis. Nach blutigen Massenprotesten ist Tunesiens Präsident Zine el Abidine Ben Ali zurückgetreten und hat das Land verlassen. Zuvor hatte er am Freitag noch den Ausnahmezustand verhängt, die Regierung abgesetzt und Neuwahlen ausgerufen.

Reiseveranstalter begannen damit, deutsche Urlauber in die Heimat auszufliegen. Eine Luftraumsperrung führte allerdings zu Flugausfällen. In den Urlauber-Hotels blieb es zunächst ruhig.

In der Hauptstadt protestierten Zehntausende gegen Ben Ali

Ministerpräsident Mohamed Ghannouchi war noch von Ben Ali beauftragt worden, eine Übergangsregierung bis zu Neuwahlen in sechs Monaten zu führen. Der arabische Sender Al Dschasira berichtete, Ghannouchi solle vorerst auch das Amt des Staatspräsidenten übernehmen.

In der Hauptstadt Tunis hatten zuvor mehr als 10.000 Menschen den Rücktritt des Präsidenten gefordert. Bisher sollen rund 80 Menschen bei den Unruhen gestorben sein.

Das Militär riegelte den Flughafen der Hauptstadt Tunis ab. Der Reiseveranstalter Thomas Cook teilte am Abend mit, zwei gecharterte Sonderflüge der Condor seien wegen der Luftraumsperrung vorerst gestrichen worden.

Zwei weitere Maschinen der Airline Germania befanden sich bereits in der Luft. Eine Maschine von Air Berlin im Auftrag von Thomas Cook startete nach Angaben des Veranstalters trotz der Luftraum- Sperrung von der Insel Djerba nach Düsseldorf.

Die tagelangen Proteste, die sich ursprünglich gegen die hohe Arbeitslosigkeit richteten, zielten zuletzt immer mehr auf das Regime Ben Alis und hatten selbst Touristenorte erreicht.

Die Demonstranten in Tunis skandierten „Nein zu Ben Ali“ und machen ihn und seinen Clan für Korruption, Arbeitslosigkeit und Polizeigewalt verantwortlich. Vor dem Innenministerium vertrieb die Polizei Demonstranten mit Tränengas. Zuvor hatten die Menschen versucht, das Gebäude zu stürmen.

Ben Ali hatte noch am Donnerstag Zugeständnisse gemacht und für 2014 das Ende seiner 23-jährigen Präsidentschaft angekündigt.

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