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Ein Kommentar von Anja Clemens-Smicek.

Ein Kommentar von Anja Clemens-Smicek.

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Ein Kommentar von Anja Clemens-Smicek.

Auch wenn die Nachrichten aus Tunesien weiterhin besorgniserregend sind – der Sturz von Dauerpräsident Ben Ali hat Symbolkraft vor allem in die ebenfalls autoritär regierten arabischen Nachbarstaaten: Ein Volk, das über Jahrzehnte geknechtet wurde, hat sich selbst von seinem Diktator befreit. Dass der Weg von einer Gewaltherrschaft in einen Rechtsstaat dennoch steinig ist, zeigt sich schon jetzt. Es fehlt ein charismatischer Oppositonsführer, der Visionen hat und Tunesien in eine Demokratie führt. Dabei sind die Voraussetzungen gut. Tunesien hat sich trotz der Einschränkungen vieler Bürgerrechte zu einem der fortschrittlichsten Länder Nordafrikas entwickelt, der Bildungsgrad ist hoch, die Zahl der Islamisten kaum messbar. Damit das so bleibt, muss schnell eine Regierung der nationalen Einheit gebildet werden, denn die sozialen Probleme sind mit dem Sturz Ben Alis nicht verschwunden.

 

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