Umsturz: Reporter schwer verletzt, möglicherweise tot. Gespräche über Regierungsbildung. Lebensmittel werden knapp.

Umsturz
Das letzte Bild von Lucas Mebrouk Dolega (kleines Foto) , bevor er selbst von einer Tränengasgranate getroffen wurde. Zurzeit ist der Zustand des Fotografen ungeklärt. Ersten Meldungen zufolge soll er in der Nacht zu Sonntag verstorben sein. Am Sonntagabend meldete das französische Konsulat in Tunis, Lucas Mebrouk Dolega sei noch am Leben.

Das letzte Bild von Lucas Mebrouk Dolega (kleines Foto) , bevor er selbst von einer Tränengasgranate getroffen wurde. Zurzeit ist der Zustand des Fotografen ungeklärt. Ersten Meldungen zufolge soll er in der Nacht zu Sonntag verstorben sein. Am Sonntagabend meldete das französische Konsulat in Tunis, Lucas Mebrouk Dolega sei noch am Leben.

Das letzte Bild von Lucas Mebrouk Dolega (kleines Foto) , bevor er selbst von einer Tränengasgranate getroffen wurde. Zurzeit ist der Zustand des Fotografen ungeklärt. Ersten Meldungen zufolge soll er in der Nacht zu Sonntag verstorben sein. Am Sonntagabend meldete das französische Konsulat in Tunis, Lucas Mebrouk Dolega sei noch am Leben.

Tunis. Nach dem Sturz des tunesischen Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali haben die größten Parteien des Landes mit Verhandlungen über eine Regierung der nationalen Einheit begonnen. Der neue Übergangspräsident Foued Mebazaa versprach einen demokratischen Machtwechsel.

„Alle Tunesier müssen ausnahmslos in den politischen Prozess eingebunden werden“, sagte Mebazaa. Der Verfassungsrat hatte ihn zum Übergangspräsidenten ernannt, nachdem Ben Ali am Freitag nach Saudi Arabien geflohen war. Mebazaa muss nun binnen 60 Tagen Wahlen ansetzen. Der scheidende Ministerpräsident Mohammed Ghannouchi wurde mit der Regierungsbildung beauftragt.

Unterdessen öffneten in Tunis zwar wieder vereinzelt Geschäfte, dort bildeten sich aber lange Schlangen. „Uns fehlen Brot und Mehl“, sagte eine Einwohnerin.

Libyens Staatschef Gaddafi bedauert den Sturz Ben Alis

Unklar ist derweil das Schicksal eines deutsch-französischen Fotografen, der bei den Unruhen am Freitag von einer Tränengasgranate am Kopf getroffen wurde. Am Sonntag hieß es zunächst, der 32-jährige Lucas Mebrouk Dolega sei seinen Verletzungen erlegen. Am Sonntagabend meldete die Deutsche Presse-Agentur (dpa) unter Berufung auf das französische Konsulat in Tunis, Dolega sei noch am Leben, sein Zustand sei jedoch ernst. Bereits in der Nacht zu Sonntag hatte seine deutsche Mutter Karin von Zabiensky den Gesundheitszustand ihres Sohnes als sehr ernst beschrieben. Die Bild-Agentur epa beliefert auch die Deutsche Presse-Agentur dpa mit Fotos.

Derweil bedauerte Libyens Staatschef Muammar Gaddafi den Sturz Ben Alis. Dieser sei „nach wie vor rechtmäßiger Präsident“ Tunesiens, es gebe keinen besseren als ihn, sagte er. Abgesehen davon hielten sich die arabischen Staaten mit Reaktionen zurück. Saudi Arabien bestätigte lediglich die Aufnahme Ben Alis, Ägyptens Präsident Husni Mubarak erklärte, er respektiere „die Wahl des tunesischen Volkes“. Allerdings gingen in Jemens Hauptstadt Sanaa rund 1500 Studenten auf die Straße und riefen zum Sturz der Regierung nach dem Vorbild von Tunesien auf. In Algerien übergoss sich ein verzweifelter Arbeitsloser mit Benzin und zündete sich an. Er überlebte schwer verletzt.

Hans-Joachim Raum und seine Frau Ute sind gestern Nachmittag in Düsseldorf gelandet. Nach nur einer knappen Woche statt dreien auf Djerba musste der 63-Jährige seine Koffer packen. In einer der sechs an diesem Wochenende außerplanmäßig nach Düsseldorf geflogenen Maschinen gab es für die Münchner noch Plätze. „Nur meine 90-jährige Mutter musste eine andere Maschine nehmen. Sie wurde gegen unseren Willen nach Berlin geschickt“, sagt Raum. Er hält die Reaktion der Reisegesellschaften für übertrieben: „Auf Djerba war von den Unruhen nichts zu merken. Ich glaube, die Regierung dort wollte alle Touristen aus dem Land haben. Jetzt geht der Krieg richtig los.“

Christa Kusche wäre gerne auf Djerba geblieben. „In unserem Hotel haben wir nichts gemerkt. Seit vergangener Woche gab es bloß eine Ausgangssperre ab 17 Uhr. Aber das war nicht schlimm, unsere Hotelanlage war so groß, die mussten wir nicht verlassen“, sagt die 72-Jährige aus Vettweiß in der Eifel. Als Urlaubsland ist Tunesien für sie nicht gestorben, ob sie für diese Reise ihr Geld zurückbekommt, sei jedoch noch fraglich.
 

wäre in zwei Tagen zurück nach Deutschland gekommen. Der 59-Jährige aus Rösrath Wolfgang Hammer hätte gern seinen Urlaub verlängert, doch die Reisegesellschaft lehnte ab. „Wir haben aber gemerkt, dass im Hotel die Versorgung knapp wurde. Die Angestellten wussten nicht, wie es weitergeht.“

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