Rabat. „Wir sind alle Ägypter“, riefen die Menschen. „Nieder mit der Diktatur, es lebe die Freiheit.“ In mehreren Städten Marokkos flammten in den vergangenen Tagen Proteste auf, bei denen Hunderte für Demokratie demonstrierten. Die Polizei löste die Kundgebungen aber auf.

Demonstrieren ist im Reich von König Mohammed VI. (47) nicht erwünscht. Kritische Berichterstattung auch nicht. Der König, der sich gerne als Reformer darstellt, in Wirklichkeit aber die Zügel stramm hält, scheint derweil nicht sehr besorgt zu sein, dass der Funke der arabischen Aufstände auf Marokko überspringen könnte: Als das Pulverfass in Ägypten explodierte, flog der lebenslustige Mohammed zur Erholung in seine französische Luxusvilla.

Sein als liberal geltender Cousin Moulay Hicham warnte dagegen vor einem Übergreifen der Unruhen: „Marokko wird wohl keine Ausnahme sein. Fast alle autokratischen Systeme werden durch die Protestwelle erreicht.“

Der prominente Regimekritiker Aboubakr Jamai betont: „Wenn Marokko in die Luft fliegt, dann wird die Revolution wegen der großen Schere zwischen Arm und Reich noch blutiger als in Tunesien.“

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