Küstenstadt Brega ist wieder in der Hand der Streitkräfte.

Gaddafi setzt seinen Kampf gegen die Aufständischen fort.
Gaddafi setzt seinen Kampf gegen die Aufständischen fort.

Gaddafi setzt seinen Kampf gegen die Aufständischen fort.

dpa

Gaddafi setzt seinen Kampf gegen die Aufständischen fort.

Tripolis. Das massive Vordringen der libyschen Armee gegen die Aufständischen und Forderungen der arabischen Staaten nach einer Flugverbotszone setzen den Westen unter Zugzwang. Die Außenminister der Arabischen Liga forderten am Samstag in Kairo den Weltsicherheitsrat auf, mit einer Kontrolle des libyschen Luftraums die Bombardements der Gaddafi-treuen Luftwaffe auf Stellungen der Rebellen zu stoppen. Die Europäische Union hatte ihre Zustimmung zu einer Flugverbotszone unter anderem vom Votum der Nachbarn Libyens abhängig gemacht.

Weltsicherheitsrat debattiert am Montag über die Lage in Libyen

In New York blieb zunächst unklar, ob der Weltsicherheitsrat bereits auf seiner Sitzung am Montag offiziell über die Forderungen nach einer Flugverbotszone berät. Diese Maßnahme fordern die libyschen Aufständischen seit langem. Ein Einmarsch ausländischer Truppen in Libyen gilt dagegen weiterhin als ausgeschlossen. Im Sicherheitsrat hatten Russland und China bislang auch Bedenken gegen eine Flugverbotszone geltend gemacht.

Das Weiße Haus begrüßte die Ankündigung der Arabischen Liga als „wichtigen Schritt“. Präsidentensprecher Jay Carney sagte, damit werde der internationale Druck auf Gaddafi erhöht. Die USA würden die Opposition weiter unterstützen und „alle Eventualitäten“ vorbereiten.

Die Aufständischen haben die Kontrolle über Ras Lanuf verloren

Truppen von Muammar al-Gaddafi rückten derweil am Wochenende weiter gegen die Rebellen vor. Libysche Staatsmedien verkündeten, die östliche Küstenstadt Brega sei wieder in der Hand der Streitkräfte. Am Samstag hatten die Aufständischen, die bislang den Osten des Landes kontrollierten, den 100 Kilometer westlich von Brega gelegenen Ölhafen Ras Lanuf an die Regimetruppen verloren.

Die Offensive der Gaddafi-Streitkräfte gegen die Stadt Misrata, die letzte Aufständischen-Hochburg im Westen des Landes, geriet nach Medienberichten allerdings ins Stocken. Etliche Soldaten der Elite-Brigade des Gaddafi-Sohnes Chamis hätten gemeutert, meldete der Sender Al-Arabija unter Berufung auf die Rebellen in der 210 Kilometer östlich von Tripolis gelegenen Stadt am Sonntag.

Demonstrationen auch im Jemen und in Bahrain

Die Meuterer hätten sich dem Angriffsbefehl gegen die Stadt widersetzt, worauf ein Feuergefecht innerhalb der Einheit ausgebrochen sei. 30 Soldaten, unter ihnen ein General, hätten sich zu den Aufständischen geschlagen. Andere seien an Ort und Stelle hingerichtet worden.

In anderen arabischen Ländern kam es am Wochenende zu gewaltsamen Auseinandersetzungen auf der Straße zwischen Regierungsgegnern und den Sicherheitskräften. Im Jemen ging die Staatsmacht mit großer Brutalität gegen Demonstrationen vor. In Bahrain lieferten sich tausende Demonstranten und Polizisten Straßenschlachten, nachdem die Beamten die Blockade einer Durchfahrtsstraße im Zentrum der Hauptstadt Manama mit Gewalt aufgelöst hatten. dpa

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