Endlich wieder zu Hause: Mit einem Kraftakt haben die großen Reiseveranstalter am Wochenende mit Sondermaschinen die deutschen Urlauber aus Tunesien heimgeholt. Sicherheit geht vor! Einige Senioren zeigten sich unwillig, ihren Urlaub abzubrechen.

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Nach Stunden des Wartens schliesst Patrick Haas seine Mutter Regina am Samstag am Flughafen in Frankfurt am Main in die Arme. Die Mutter wurde gemeinsam mit mehreren hundert anderen Touristen von einem deutschen Reiseveranstalter aus Tunesien ausgeflogen. Das Urlauberparadies wird derzeit von heftigen Unruhen erschüttert.

Nach Stunden des Wartens schliesst Patrick Haas seine Mutter Regina am Samstag am Flughafen in Frankfurt am Main in die Arme. Die Mutter wurde gemeinsam mit mehreren hundert anderen Touristen von einem deutschen Reiseveranstalter aus Tunesien ausgeflogen. Das Urlauberparadies wird derzeit von heftigen Unruhen erschüttert.

dpa

Nach Stunden des Wartens schliesst Patrick Haas seine Mutter Regina am Samstag am Flughafen in Frankfurt am Main in die Arme. Die Mutter wurde gemeinsam mit mehreren hundert anderen Touristen von einem deutschen Reiseveranstalter aus Tunesien ausgeflogen. Das Urlauberparadies wird derzeit von heftigen Unruhen erschüttert.

Berlin (dpa). Die großen Reiseveranstalter haben nahezu alle deutschen Tunesien-Urlauber wieder sicher nach Hause gebracht. Sondermaschinen mit den übrigen 1100 Touristen sollten bis Sonntagabend in Deutschland landen. «Alle Gäste, die Tunesien verlassen wollten, sind auf dem Heimweg oder bereits wieder zu Hause eingetroffen», sagte Thomas-Cook-Sprecher Mathias Brandes am Sonntag. Nur ein «ganz kleiner Teil» habe entschieden, auf eigenes Risiko und trotz Folgekosten in dem Unruheland zu bleiben.

Thomas Cook, Tui und Rewe Touristik hatten für den Sonntag noch insgesamt sieben Sonderflüge mit deutschen Urlaubern geplant. Thomas Cook - zu dem auch die Marken Neckermann, Bucher Last Minute und Air Marin gehören - hatten am späten Samstagabend zwar schon gemeldet, alle verbliebenen Kunden aus Tunesien heimgeflogen zu haben.

Am Sonntag wurde dann aber bekannt, dass noch rund 200 Nachzügler folgen würden. Spätestens am Abend dann sollten alle der ursprünglich 5000 deutschen Touristen mit den drei großen Anbieter wieder daheim sein. Die Veranstalter berichteten von einer Handvoll Urlaubern, die die Rückreise verweigerten. «Weil die Sonne scheint, weil sie nichts von den Unruhen spüren», sagte Tui-Sprecher Mario Köpers.

Die Verträge mit diesen Gästen, die sich vor allem auf der Insel Djerba aufhielten, seien aufgekündigt worden. Sie blieben nun auf eigenes Risiko im Land und müssten ihre Rückflüge eigenständig organisieren. Rewe Touristik hatte mit ursprünglich 30 unwilligen Senioren zu kämpfen, die ihren Urlaub nicht abbrechen wollten. 23 konnten dann aber überzeugt werden - die Sorge um das Sicherheitsrisiko und Zusatzkosten hätten letztlich den Ausschlag gegeben.

Sieben ließen sich nicht umstimmen: «Sie sind die letzten, die uns Kopfzerbrechen bereiten», sagte Sprecher Tobias Jüngert. «Diese Urlauber haben eine eigenen Wahrnehmung der Lage.» Zu Rewe Touristik gehören auch die Marken ITS, Jahn Reisen und Tjaereborg.

Am Samstag hatten die deutschen Urlauber zum Teil lange Wartezeiten an den tunesischen Flughäfen in Kauf nehmen müssen. «Die Abfertigung hat reichlich viel Zeit gebraucht», sagte Sprecher Jüngert. Das Auswärtige Amt hatte am Sonntag mitgeteilt, zwei Konsularbeamte seien nach Tunesien geschickt worden, um an den Flughäfen die Ausreise deutscher Urlauber zu unterstützen.

Die Veranstalter haben bis jeweils zum 21. beziehungsweise 24. Januar alle Tunesien-Flüge abgesagt. Ob das Mittelmeerland danach wieder angeflogen werden kann, sei aber noch unklar. Die Sicherheitslage werde kontinuierlich neu bewertet. Betroffene Kunden können in den nächsten Tagen noch kostenlos umbuchen oder ihre Reise ganz absagen. Die Anbieter bieten dazu unterschiedliche Fristen an. Alternative Reiseziele stünden bereit, zum Beispiel Ägypten oder die Kanaren.

Zudem erstatten die drei großen Anbieter den Urlaubern den Reisepreis anteilig zurück, wenn sie ihre Reise verfrüht abbrechen mussten. Die Gäste hätten pauschal Anspruch darauf, nicht erbrachte Leistungen erstattet zu bekommen, sagte ein Sprecher. Die Fälle müssten aber einzeln geprüft werden.

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