In Kairo bringen sich bereits mögliche Nachfolger des Präsidenten in Stellung.

Kairo. Es ist die Stunde der Gerüchte und der Spekulationen. Wo steckt Präsident Husni Mubarak, während ihn Millionen Ägypter auf den Straßen ihre Ablehnung spüren lassen?

Während ganz Ägypten auf ein erlösendes Wort des 82-jährigen Staatschefs wartet, werden im Hintergrund schon die Weichen für die Zeit nach seinem Rücktritt gestellt. Allerdings stellt jeder die Weichen in eine andere Richtung.

Demokratie, Wohlfahrts- oder muslimischer Gottesstaat?

Der eine will aus Ägypten eine moderne Demokratie nach europäischem Vorbild machen. Andere Oppositionelle wünschen sich einen Wohlfahrtsstaat mit sozialistischem Touch. Die Anhänger der Muslimbruderschaft haben Pläne für einen islamischen Staat in der Schublade.

Überraschend meldet sich auch der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, zu Wort. Der Wunschkandidat der Amerikaner wäre Mussa sicher nicht – zu oft hat er die USA wegen ihrer Parteinahme für Israel kritisiert.

Viel hängt davon ab, wie sich die Armee positioniert

Die europäischen Diplomaten sind derweil vor allem damit beschäftigt, ihren Landsleuten bei der Ausreise zu helfen. Viel hängt jetzt davon ab, wie sich die Armee positioniert. „Ich glaube, die einfachen Soldaten fühlen mit den Demonstranten, aber die Armeeführung wartet noch ab“, sagt der ehemalige Armeeoffizier Mohammed Abdul Asis. Er ist heute in Zivilkleidung unterwegs – als Demonstrant gegen Mubarak.

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