Barcelona fehlt aber Zustimmung aus Madrid.

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Gratuliert Schottland zum Abstimmungsergebnis: Spaniens konservativer Regierungschef Mariano Rajoy.

Gratuliert Schottland zum Abstimmungsergebnis: Spaniens konservativer Regierungschef Mariano Rajoy.

dpa

Gratuliert Schottland zum Abstimmungsergebnis: Spaniens konservativer Regierungschef Mariano Rajoy.

Madrid. Nach der Niederlage der schottischen Separatisten machte sich in weiten Teilen Spaniens, das ebenfalls mit Unabhängigkeitskonflikten kämpft, große Erleichterung breit. „Das ist eine gute Nachricht für alle“, erklärten einhellig Spaniens konservative Regierung und die sozialistische Opposition.

Spaniens konservativer Regierungschef Mariano Rajoy sagte: „Wir sind sehr froh, dass Schottland weiter zum Zusammenhalt Großbritanniens beiträgt und „in der Europäischen Union bleibt.“ Mit ihrem Nein zur Unabhängigkeit „haben die Schotten jene schweren wirtschaftlichen, sozialen und politischen Folgen vermieden, die ihr Ausscheiden aus der EU mit sich gebracht hätte“.

Die regionale Regierung im nordspanischen Katalonien, die am 9. November ebenfalls die Bevölkerung zur Unabhängigkeit befragen will, zeigte sich derweil unbeeindruckt und will an ihrer umstrittenen Volksabstimmung festhalten. Die katalanische Regierungspartei CiU appellierte an Rajoy, dieses „Fest der Demokratie“ in Schottland auch den Katalanen zu erlauben.

Auch das Baskenland pocht auf Unabhängigkeit

Während die schottische Abstimmung von der britischen Regierung gebilligt wurde, hat das rebellische Katalonien nicht die – laut Verfassung notwendige – Zustimmung der Regierung in Madrid. Rajoy hatte angekündigt, das Referendum „mit allen Mitteln“ zu verhindern.

Es wird erwartet, dass die Volksabstimmung in der abtrünnigen Region vom spanischen Verfassungsgericht verboten wird. Dabei soll im katalanischen Referendum noch nicht über den Abschied abgestimmt, sondern zunächst nur der weitere politische Kurs festgelegt werden. Aus den bisherigen Umfragen lässt sich keine klare Mehrheit für die Unabhängigkeit Kataloniens herauslesen, wohl aber für mehr Autonomie.

Kataloniens Regionalregierung ließ durchblicken, dass bei einem Verbot der Volksabstimmung per vorgezogener Neuwahl der Volkswille dokumentiert werde. Den Erhebungen zufolge werden die separatistischen Parteien ihre Mehrheit dann ausbauen können.

Am 11. September hatten mehr als eine Million Menschen in der katalanischen Hauptstadt Barcelona für das Recht auf Selbstbestimmung demonstriert. Es war einer der größten Protestmärsche in der Geschichte der wirtschaftsstarken Region, in der 7,5 Millionen Menschen leben.

In Spanien besteht nicht nur Katalonien darauf, wie Schottland über seine Zukunft entscheiden zu dürfen, sondern auch das nordspanische Baskenland, wo 2,2 Millionen Menschen leben. Dort ist der Unabhängigkeitswille kaum geringer als in Katalonien.

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